Magdeburg l Das Q wird zur Kunst in der Krise. Es formt sich aus Ziegeln und Zahlen, aus Linien, Kreisen und Punkten. Es findet sich in der Kaffeetasse ebenso wie im Knäuel aus Wolle. Es ist abstrakt und konkret gleichermaßen. Das Q ist „Qunst“ – derzeit zu sehen im Q.Hof des Buckauer Werk 4. Zu Beginn der Corona-Krise, als das öffentliche Leben weitgehend stillstand, wollten Sari Pietro und Christoph Ackermann (aka In die Fluten) etwas bewegen.

Die beiden Künstler aus den Buckauer Q.Hof-Ateliers riefen einen Wettbewerb ins Leben, dessen Resonanz sie bis heute beeindruckt. Es galt das Q zur Kunst zu machen. In welcher Form, ob als Fotografie, Ölgemälde oder Zeichnung, blieb offen. Mehr als 45 Werke von 20 Künstlern und Hobbykreativen haben Sari Pietro und Christoph Ackermann in den vergangenen Wochen erreicht.

Am 24. Oktober 2020 waren die Arbeiten erstmals im Q.Hof ausgestellt. Unter den Bildern auch Großformatiges wie jenes des Künstlers Bernd Neumann, der sich mit abstrakter Acryl- und Ölmalerei einen Namen gemacht hat. Ulrike Gehle von der Jugendkunstschule ließ eine Giraffe, deren Hals sich zu einem Q formte, auf einem Ball balancieren. Maurice Haller, bekannt als Künstler Maurice Limeé, erschuf ein Q aus Würstchen im Comic-Stil. Ein Mandala-Q malte Susann Schulz und auch Christoph Ackermann selbst beteiligte sich mit einer grafischen Umsetzung des Buchstabens.

Aber auch kleine Arbeiten wie jene von Marita Paasch vom Magdeburger Musikhaus Paasch waren dabei. Sie habe den Aufruf in der Volksstimme gelesen, empfand es als großartige Idee und wollte sich gern beteiligen. Kleine Porzellankühe, die eigentlich als Milchkännchen dienen, ordnete sie auf einem Flügel zu einem Q an und fotografierte diese. Fenrikur Pena legte Erbsen, Bohnen und Möhren zu einem Q und Maria Lena Heinrich tat dergleichen mit Ananas, Apfel und Avocado.

Meditation mit Stift und Papier

Auch Martina Hentschel machte mit. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Marion Albrecht, Conny Schmidt und Wera Döppner trifft sie sich seit etwa fünf Jahren wöchentlich zum Zentanglen. Dabei handelt es sich um eine Methode des freien Zeichnens, bei der Formen, die mit immer wiederkehrenden Mustern strukturiert sind, gezeichnet werden. „Das ist für uns wie Meditation“, erzählt sie. Etwas, das für Kopf und Seele bestimmt ist.

Diese und viele weitere Q-Kunst ist nun im Q.Hof im Werk4 zu sehen. Ursprünglich wollten Sari Pietro und Christoph Ackermann die besten Arbeiten auszeichnen, haben sich letztlich jedoch dagegen entschieden. „Alle Werke sind toll. Wer will da entscheiden, welche die besten sind“, erklärt Christoph Ackermann. Und so haben sie zur Vernissage am Freitag anstelle einer Preisverleihung eine Verlosung durchgeführt.

Die Ausstellung, der sie den Titel „Q and You“ gaben, kann noch einmal am Freitag, 30. Oktober 2020, 15 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 1. November 2020, 15 bis 19 Uhr, betrachtet werden.