Magdeburg l Bereits vor fünf Jahren hatte es beim Marktführer in Magdeburg eine erste große Umstellung gegeben. Der Anlass damals war derselbe wie heute. Das Kundenverhalten und die Kosten- und Erlössituation zwingen das Unternehmen Sparkasse zu Neuerungen bei der Verwaltung von Giro- und Firmenkonten. Schließlich muss auch das Netz aus Filialen und Selbstbedienungszonen inklusive Geldautomaten refinanziert werden.

Die Kontoinhaber erhalten deshalb seit Mittwoch Post. Darin gibt es Informationen zu den neuen Kontoarten. Kunden haben künftig die Wahl zwischen einem Basis-, einem Pauschal- und einem reinen Onlinekonto. Sparkassenvorstand Jens Eckhardt spricht von einer Zeit „aggressiver Direktbankangebote und einer andauernden Niedrigzinsphase“, in der die Sparkasse weiterhin auf „persönliche Kundenberatung“ und modernes Bankmanagement setzen wolle. Dafür seien neue Kontomodelle notwendig. Jeder Kunde könne sich nun anhand seines individuellen Nutzungsverhaltens für eines der Modelle entscheiden. Weitgehend unverändert bleibt lediglich das kostenlose Konto für Auszubildende. Zwei Monate haben nun die Kunden für eine Entscheidung Zeit.

Ein Vergleich mit den Vorgängermodellen ist allerdings wegen zu vieler Einzelpositionen schwierig. Sparkassensprecher Mathias Geraldy gibt aber selber zu: „Einige Preise wurden erhöht, andere Preise sind gefallen oder nun im Kontomodell inklusive.“ Wer sich für keines der Angebote entscheidet, der muss einen Bankenwechsel in Erwägung ziehen. Einzel- und Sonderlösungen seien nicht geplant, hieß es.

Kundentreue bei Sparkasse hoch

Nach Angaben der Sparkasse sei die Kundentreue aber hoch. Bei der Umstellung vor fünf Jahren habe man weitgehend allen Kunden offene Fragen erklären und sie letztlich halten können. Weitere Einschnitte seien nicht geplant. Sowohl das bereits reformierte Netz der Geschäftsstellen als auch die Zahl der Selbstbedienungszonen und der Geldautomaten in Magdeburg bleibe unverändert.

Beim Mitbewerber Volksbank verfolgt man das Vorgehen der Sparkasse. Sprecherin Elke Rienau sagte, dass für die Inhaber von rund 20.000 Giro- und rund 5000 Firmenkonten derzeit keine Veränderungen geplant seien. Man beobachte aber sehr genau den Markt und das Kundenverhalten.