Magdeburg l Die Pläne zur Vergrößerung des Rewe-Marktes stehen in Magdeburg zur Debatte. Seit längerer Zeit besteht das Bestreben, die Verkaufsfläche von etwas mehr als 1000 auf 1800 Quadratmeter zu vergrößern. Nun bringt die Stadt einen Bebauungsplan auf den Weg, der am 26. Januar im Stadtrat zur Abstimmung steht. Wird das Vorhaben umgesetzt, müssten dafür fünf Gärten des Kleingartenvereins „Heimstätten II“ sowie der Terrassenbereich des Vereinsheimes weichen. 89 Parzellen zählt die Sparte, der Leerstand beträgt in etwa zehn Prozent.

„Ein Unding“, nennt einer der betroffenen Kleingärtner, der seinen Garten seit 43 Jahren pachtet und bewirtschaftet, die Pläne. Seinen Namen möchte er nicht in der Volksstimme lesen. Das Unverständnis bezieht sich auf die aus der Sicht des 74-Jährigen fehlende Notwendigkeit des Ausbaus des Standorts. „Im direkten Umfeld gibt es an der Lion-Feuchtwanger-Straße einen Supermarkt und wenige Meter weiter an der Salbker Straße sind mit Penny und Lidl weitere Nahversorger“, verweist er.

Kein Streit vor Gericht

Im Frühjahr des vergangenen Jahres haben die fünf betroffenen Kleingärtner bei einer Umfrage gegen die Veräußerung ihrer Gärten gestimmt. „Schließlich haben wir uns über Jahrzehnte etwas aufgebaut und sind hier heimisch“, so der Senior. Einem Umzug in eine andere Parzelle steht er aus Altersgründen skeptisch gegenüber: „In meinem Alter baut man nichts mehr neu auf.“

Vom Gartenverband habe man Unterstützung zugesagt bekommen. „Allerdings hieß es auch, dass man nichts machen kann, wenn die Stadt das Gelände verkaufen will.“ Von einer gerichtlichen Auseinandersetzung, wie vor einigen Tagen noch zur Verhinderung der Baupläne angedacht, sieht man in der Sparte mittlerweile ab. Die Hoffnung liegt auf dem Veto der Stadträte, die über die Baupläne an der Hopfenbreite abstimmen. Bereits am Sonnabend steht die Mitgliederversammlung der Kleingartensparte an.

Im umstrittenen und schließlich zurückgezogenen Kleingartenkonzept der Stadt ist die Sparte im Jahr 2015 als eines jener Areale vorgesehen worden, die für verschiedene Bauvorhaben weichen sollten. Nun erhalten die Befürchtungen vor einem möglichen Aus mit den Bauplänen neue Nahrung. Einer der betroffenen Gärtner sei nämlich der Vorsitzende selbst, so der 74-Jährige: „Wir hatten bereits große Probleme, einen Nachfolger für unseren verstorbenen langjährigen Vorsitzenden zu finden. Zieht sich der Neue nun zurück und gibt es keinen Nachfolger, droht eine teure Zwangsverwaltung. Im nächsten Schritt möglicherweise der Verlust des Vereinsstatus.“