Magdeburg l Fünf Spaten, vier Männer, eine Frau - mit einem symbolischen Spatenstich unten in der Baugrube wurde am Freitag der Baustart für das neue Magdeburger „Domviertel“ im Südabschnitt des Breiten Weges begangen. Zum Bauarbeiter-Handwerkszeug gegriffen hatten Sachsen-Anhalts Bauminister Thomas Webel, Magdeburgs OB Lutz Trümper, Wobau-Chef Peter Lackner, MWG-Vorstand Thomas Fischbeck und seine Kollegin von der Wohnungsbaugenossenschaft „Otto von Guericke“ Karin Grasse.

Bis 2020 wollen Magdeburgs drei große Wohnungsunternehmen das Gelände zwischen der Danzstraße und Keplerstraße bebauen und damit das neue „Domviertel“ hochziehen. Geplant sind 230 Wohnungen und auf der gesamten Zeile 7500 Quadratmeter Gewerbeflächen. Dazu kommen noch eine Tiefgarage mit 31 Stellplätzen und ein Parkhaus mit 400 Stellplätzen.

Geschäfte und Cafés

Damit wird der Breite Weg an dieser Stelle dann sein Erscheinungsbild komplett verändern: moderne Architektur, die wieder bis an die Straßenflucht des Breiten Weges heranreicht, so wie es vor dem verheerenden Bombenangriff am 16. Januar 1945 ausgesehen hatte. Die kompletten Untergeschosse der Gebäude werden Gewerberäume für Geschäfte, Restaurants und Cafés bekommen. Damit soll das urbane Leben im Breiten Weg weiter gestärkt werden. Für die Haeckelstraße wird wieder eine Lücke zwischen den Gebäuden gelassen und auch die Danzstraße zwischen Breitem Weg und Hegelstraße wird neu bebaut. Das Besondere dort: Die Leibnizstraße, die in Richtung Dom zu DDR-Zeiten eine Sackgasse war, wird an der Danzstraße wieder geöffnet.

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90 Millionen Euro fließen ins Projekt

Insgesamt investieren die Wobau, die MWG und die Wohnungsbaugenossenschaft „Otto von Guericke“ 90 Millionen Euro in das neue Domviertel. Dazu steuert das Land Sachsen-Anhalt drei Millionen Euro Fördermittel für die Erschließung der Großbaustelle bei.

Schneller Baustart

Nach dem Start der Bauarbeiten beginnt die Wobau umgehend damit, ihr neues Gebäude in der Danzstraße zu bauen, und auch das Gründerzeit-Eckhaus dort wird saniert. Im Herbst will das städtische Wohnungsunternehmen dann auch sein zukünftiges Gebäude direkt im Breiten Weg 257 in Angriff nehmen.

Der Plan der MWG sieht vor, mit dem Bau ihrer Gebäude (Breiter Weg 261/262) im kommenden Sommer zu beginnen. Die Genossenschaft „Otto von Guericke“ will ihre Neubauten (Breiter Weg 263/264) im Laufe des Jahres 2019 fertigstellen.

Erste Ideen Anfang der 1990er Jahre

Wenn die ersten Wohnungen 2019 bezogen werden können, dann hat das Projekt „Domviertel“ von der Planung bis zur Umsetzung zehn Jahre in Anspruch genommen. Die konkreten Planungen hatten 2009 begonnen. Die ersten Ideen, im Südabschnitt ein neues Quartier zu schaffen, wurden jedoch schon 1991/1992 entwickelt.