Magdeburg l 457 Magdeburger Familien mit 604 schulpflichtigen Kindern vom Abc-Schützen bis zum Gymnasiasten haben sich im Juni 2020 auf Einladung der Stadtverwaltung an der Umfrage „Digitales Lernen während der Corona-Krise aus Sicht der Eltern“ beteiligt. Erste Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht.

Immerhin 38 Prozent der befragten Eltern geben an, dass ihre Kinder am Ende des vergangenen Schuljahres gut oder sehr gut mit dem Lernen zu Hause zurecht kamen. Mit knapp 43 Prozent hat der größte Teil der Befragten gute und schlechte Tage gleichermaßen und also eine schwierige Gratwanderung erlebt. Bei fast 20 Prozent der Familien funktioniere das Homeschooling nicht.

Hilfe bei der technischen Ausstattung zum Lernen zu Hause – zum Beispiel ein Tablet oder einen Laptop – hat nur ein verschwinden kleiner Teil (3,4 Prozent) der Schüler in den befragten Familien erhalten. Die Schulen verlassen sich offenbar darauf, dass Computer, Internetzugänge, Drucker und Co. in den Haushalten vorhanden sind. Das sind sie – zumindest, was PC, Laptop oder Tablet anbelangt – auch in der Regel. Einen Kommentar dazu lesen Sie im Volksstimme E-Paper vom 6. August 2020.

Kaum Hilfe von den Schulen bei Problemen

Neun von zehn Befragten gaben an, über ein solches Gerät zu verfügen. Nur 24 Prozent der Befragten durften allerdings Hilfe von der Schule erwarten, wenn Probleme im Umgang mit digitalen Lernangeboten auftraten. Überhaupt sind Kinder beim Lernen zu Hause vielfach auf sich selbst oder die Eltern gestellt, wenn es um die Kontrolle der Lernleistungen geht. Immerhin 59 Prozent gaben an, das die Schulen Aufzeichnungen oder Arbeitsblätter aus dem Heimunterricht überhaupt abforderten.

Homeschooling in Magdeburg

Den Zeitaufwand zur Erledigung der gestellten Aufgaben, gaben die Eltern mit täglich 2,8 (Grundschule), 3,3 (Gemeinschafts-/ Sekundarschule) und 4,7 Stunden (Gymnasium) an. Die meisten Kinder brauchen Elternhilfe dabei – und das nicht zu knapp. Im Schnitt eineinhalb bis zwei Stunden lang haben Magdeburger Eltern für die Begleitung ihrer Schulkinder an jedem Heimunterrichtstag aufgebracht. Nur die Hälfte der Befragten gab an, dass ihre Kinder bereits aus Schulzeiten vor der Corona-Krise mit dem eigenständigen Lernen nach Wochenplänen oder freien Lernzeiten in der Schule vertraut gewesen seien.

Die große Mehrheit der befragten Eltern (72 Prozent) gab an, dass sie digitales Lernen generell als sinnvoll erachtet. Mit der technischen und methodischen Umsetzung des digitalen Lernens zu Hause in der aktuellen Krisensituation, zeigt sich die Mehrheit (52 Prozent) dagegen „eher nicht oder gar nicht zufrieden“. 60 Prozent der Familien wünschen sich Verbesserungen beim Einsatz digitaler Lernmethoden an den Schulen (zum Beispiel durch Videokonferenzen oder Erklärvideos), 57 Prozent mehr Kommunikaton beim Heimunterricht durch die Lehrer (zum Beispiel bei der Lernkontrolle) und 50 Prozent die Bereitstellung von Technik durch die Schulen.