Sperrung

Behelfsbrücke über Gleise in Magdeburg-Rothensee wird ab 2022 saniert

Die Brücke über die Bahngleise in der Oebisfelder Straße muss dringend saniert werden. Für die Anwohner von Magdeburg-Rothensee bedeutet das Sperrungen und Umleitungen.

Von Stefan Harter
Die Brücke über die Bahngleise an der Oebisfelder Straße wird 2022 zwecks Sanierung gesperrt. Foto: Stefan Harter

Magdeburg. Es ist zwar noch einige Monate hin, bis die Arbeiten losgehen. Doch schon jetzt informiert die IG Rothenseer Bürger in ihrem Schaukasten an der ehemaligen Sparkasse über das geplante Bauprojekt in der Oebisfelder Straße. Die Brücke, die über die Bahngleise führt, muss dringend saniert werden.

Sie war in den 1990er Jahren in Teilen nur provisorisch angelegt worden, weil damals die Deutsche Bahn noch ein Güterverkehrszentrum (GVZ) in dem Bereich geplant hatte. Um das ans Straßennetz anschließen zu können, wurde für das östliche Widerlager der Brücke nur eine Behelfslösung aus Erde eingerichtet. Das GVZ ist längst ad acta gelegt worden, das Provisorium hat aber bis heute Bestand. Da es seine Nutzungsdauer überschritten hat, soll jetzt für 3,6 Millionen Euro ein dauerhaftes Bauwerk samt neuem Stützpfeiler errichtet werden.

Abstimmungen mit der Deutschen Bahn

Nach Angaben von Rathaussprecher Michael Reif finden derzeit noch Abstimmungen mit der Deutschen Bahn statt, unter anderem um deren Grundstücke während der Bauphase nutzen zu können. Diese werden noch bis zu drei Monate dauern. Anschließend werden die Bauleistungen ausgeschrieben und vergeben, was nochmals einige Monate in Anspruch nehmen wird. „Voraussichtlich Anfang des Jahres 2022 werden wir einen Auftragnehmer haben“, schätzt er ein. Für die eigentliche Bauzeit seien dann nach jetzigem Stand gut zwölf Monate eingeplant.

Über die aktuell geplante Umleitung während der Bauphase, in der die Brücke gesperrt sein wird, wurde bereits im Februar die AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Rothensee informiert. Weil derzeit aber wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen keine Treffen stattfinden können, war eine öffentliche Vorstellung bislang noch nicht möglich, erklärt Michael Reif. Spätestens bis kommenden November soll aber eine Bürgerversammlung zu dem Thema stattfinden, kündigt er an.

Die Umleitung von und nach Barleben soll über den Magdeburger Ring, Kastanienstraße, Schöppensteg und August-Bebel-Damm verlaufen. Durch eine zweite Baumaßnahme wird die Situation auf der geplanten Umleitungsstrecke allerdings nicht ganz einfach sein. Denn die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) wollen nach Jahren der Planung nun endlich mit der Komplettsanierung der Straßenbahntrasse auf dem August-Bebel-Damm beginnen.

Baustart soll nach aktuellem Stand Anfang Juni sein, nachdem der erste Versuch im November kurzfristig abgesagt werden musste. Die Ausschreibung war erfolglos verlaufen und musste wiederholt werden. Die geplante Bauzeit für den Trassenbau soll drei Jahre betragen, somit wird dort parallel zur Brückensanierung gebaut. „Die Umleitungsstrecke und der Sperrzeitraum werden rechtzeitig mit der Unteren Straßenverkehrsbehörde abgestimmt“, erklärt der Stadtsprecher dazu.

Lösung für Fußgänger gefunden

Neu im Vergleich zu den Informationen, die die IG Rothenseer Bürger erhalten hatte, ist eine Lösung für den Fußgängerverkehr. Ursprünglich war geplant, dass auch diese die Gleise nicht mehr überqueren können und somit der S-Bahn-Halt Rothensee abgeschnitten gewesen wäre. Nun informiert Michael Reif aber, dass die Errichtung eines Treppenturms vorgesehen sei, um Fußgänger und Radfahrer um die Baustelle herumzuleiten.

Für eine mögliche spätere Anbindung der Burger Straße wird auf der neuen Rampe eine Anschlussstelle gebaut.