Magdeburg l Der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM) hat auf den kommunalen Friedhöfen verschiedene Grabfelder erweitert und zusätzliche, alternative Grabanlagen und Grabstättenarten geschaffen, heißt es in einer Mitteilung. Damit wolle man Angebote ganz im Sinne einer sich im Wandel befindenden Bestattungskultur angemessen anpassen.

Die Wünsche der Menschen in Bezug auf ihre eigene Grabstätte und die Gräber ihrer Angehörigen ändern sich. Immer häufiger werden Gemeinschaftsanlagen für Urnenwahlgrabstätten (GAW) gewählt, bei denen eine namentliche Kennzeichnung möglich ist, berichtet ein Rathaus-Sprecher. Der Vorteil: Die Pflege wird von den Mitarbeitern des SFM übernommen. Damit kann Angehörigen eine große Last abgenommen werden, sei es, weil sie durch Beruf oder weit entfernten Wohnort keine Zeit für die Pflege der Gräber haben oder aber diese aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr übernehmen können.

Friedhöfe entwickeln sich zudem immer mehr zu Orten der stillen Begegnung und Erholung. Und so ist es kein Wunder, dass immer mehr kunstvolle Stelen und liebevoll arrangierte Blumenbeete Einzug auf dem Friedhof halten. Das sind die Neuerungen auf den städtischen Friedhöfen:

Bilder

▶ Westfriedhof

Auf dem Westfriedhof - mit 62 Hektar der flächenmäßig größte in Magdeburg - sind beispielsweise Urnenwahlgrabstätten in besonderer Lage im historischen Bereich entstanden. Unter alten Bäumen befinde sich nun ein großzügig angelegtes Grabfeld für Urnenwahlgrabstätten in besonderer Lage, dessen Zentrum ein verwunschen anmutender alter Brunnen inmitten einer Baumgruppe aus Blutbuchen bildet, teilte das Rathaus mit.

Darüber hinaus sei die Gestaltung einer neuen Urnengemeinschaftsanlage (UGA) mit einer weißen Großplastik von Professor Ulrich Wohlgemuth in Form einer trauernden Dame inmitten von Ziergräsern abgerundet worden. Die Urnengemeinschaftsanlage ist eine anonyme Bestattungsform.

Zudem sei erneut die Kapazität der bestehenden Gemeinschaftsanlage für Urnenwahlgrabstätten (GAW) erweitert worden. Da pro Jahr durchschnittlich 100 Grabstellen vergeben werden, werde die Anlage kontinuierlich erweitert und mit neuen Gestaltungselementen versehen.

▶ Südfriedhof

Die neue Gestaltung von Teilen des Südfriedhofs stand jüngst ganz im Zeichen naturnaher Bestattungsalternativen. So wurde das 2016 angelegte Naturgrabfeld um drei „Unendlichkeitsstelen“ von Holzkünstler Thomas Koch sowie um Bienenstauden, Wildrosen, Berberitzen und Spendenbäume ergänzt. Bei der „Unendlichkeitsstele“ handele es sich um ein durch Spenden finanziertes Gestaltungselement, das die Verbindung vom Übergang der Lebenden in die Unendlichkeit des Seins versinnbildlicht, erklärt die Stadt.

▶ Lemsdorfer Friedhof

Die 2019 freigegebene neue Urnengemeinschaftsgrabstätte (UGG) ist durch die Namenskennzeichnung auf einer Stele eine Alternative zur anonymen Bestattung. Die Bestattungsfläche wird durch den Eigenbetrieb gepflegt.

▶ Groß Ottersleber Friedhof

Hier wurde eine weitere Gemeinschaftsanlage für Urnenwahlgrabstätten (GAW) angelegt. Kleine Findlinge und eine mediterran anmutende Bepflanzung rahmen die Grabanlage ein. In nordöstlicher Richtung symbolisieren fünf Metallplastiken in Form von Fenstern als raumbildende Objekte den Blick in die Ewigkeit. In unmittelbarer Nähe sei erstmals nach Vorbild des Lemsdorfer Friedhofs eine Urnengemeinschaftsgrabstätte (UGG) entstanden.

▶ Ostfriedhof

2020 ist auf dem Ostfriedhof nahe dem Pavillon die vierte Gemeinschaftsanlage für Urnenwahlgrabstätten (GAW) als Alternative zur anonymen Bestattung entstanden. Gestalterischer Mittelpunkt sei eine Kirschlorbeergruppe mit drei Glasstelen, die die farbigen Schriftzüge „Hoffnung“, „Trost“ und „Erinnerung“ zieren.

In Magdeburg gibt es 16 Friedhöfe, wobei auf zwei von ihnen keine Bestattungen mehr erfolgen. Eine Übersicht über die Friedhöfe der Stadt gibt es hier.