Magdeburg l  Menschen drängeln sich auf dem Domplatz. Vor dem City Carré lassen sich die Magdeburger und ihre Gäste zu Hunderten den Glühwein schmecken. Auf dem Ulrich- und Bärplatz staunen Besucher über glitzernde Skulpturen: die Lichterwelt hat voll eingeschlagen. Seitdem der Schalter am 25. November für den funkelnden Halbkugelversuch, das leuchtende Hans-Grade-Flugzeug oder den strahlenden Magdeburger Reiter umgelegt wurde, ist die Innenstadt so belebt wie nie.

Lichterwelt schlug voll ein

„Wir sind sehr froh über diese Entwicklung. Denn genau das war ja auch unser Ziel“, sagt Holger Platz. Der Beigeordnete trägt maßgeblich die Verantwortung für die Umsetzung der Lichterwelt. Nach einem Stadtratsbeschluss war ein entsprechender Auftrag für 1,6 Millionen Euro an eine polnische Firma vergeben worden: Nicht weil sie die billigste war, sondern weil sie das beste Konzept hatte. „Es gab mehrere Anbieter. Aber unsere Vorgabe, eine Lichterwelt mit regionalem Bezug zu schaffen, hat die polnische Firma am besten umgesetzt“, erklärt Platz.

Zehn Prozent mehr Besuche

Und so verbindet die Lichterwelt die Stadtgeschichte mit der Neuzeit. Und Magdeburg hat dadurch an Anziehungskraft gewonnen. Halle, Leipzig, Braunschweig, Wolfsburg - das sind nur einige der Herkunftsorte, aus denen neue Besucher gewonnen werden konnten, sagt Paul-Gerhard Stieger, Chef der Weihnachtsmarkt GmbH.

Beim Blick auf die Zahlen lässt sich auch feststellen: Der Weihnachtsmarkt steuert ganz sicher auf einen neuen Rekord zu. „Wir messen mit unserem elektronischen System jetzt schon etwa zehn Prozent mehr Besuche als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres“, sagt Holger Platz.

Auch an einzelnen Tagen brummt es. Am vierten Adventssonnabend wurden 78 000 Besuche auf dem Weihnachtsmarkt gezählt. Einen Tag später immerhin noch 68 000. „Das sind sehr gute Werte“, schätzt Holger Platz ein, obwohl es in dieser Saison eigentlich kein gutes Weihnachtsmarktwetter gab. „Wir hatten zu viel Regen und es war zu warm“, so Platz.

Bilder

Bummeln bis 30. Dezember

Dennoch: 2018 kamen rund 1,75 Millionen Besucher zum Budenzauber auf und neben dem Alten Markt. Ein Wert, der dieses Jahr übertroffen werden dürfte, ist sich Platz sicher. Denn mit dem gestrigen zweiten Weihnachtsfeiertag ging der Markt in die Verlängerung. Bummeln kann man noch bis einschließlich 30. Dezember. Die Lichterwelt brennt sogar noch bis zum 2. Februar.

Nächste Saison im Blick

Im Hintergrund basteln die Lichterwelt- und Weihnachtsmarktmacher schon an der nächsten Saison. „Unsere Aufgabe ist es, jetzt die Erfahrungen auszuwerten und sie für die kommende Saison zu nutzen“, sagt Platz. Dazu gehört unter anderem, die Skulpturen auf dem Domplatz etwas zu „entzerren“, damit die einzelnen Elemente noch besser zur Geltung kommen.

Der dunkle Dom und die Lösungen

Außerdem soll besprochen werden, ob und in welche Stadtteile die Lichterwelt ausgedehnt wird. Auch der Dom soll eine sichtbarere Rolle spielen. Denn während die Lichtelemente auf dem Domplatz Besucher zu wahren Foto-Orgien hinreißen, fehlt Magdeburgs Wahrzeichen auf vielen Motiven, weil es dafür viel zu schwach beleuchtet ist. Holger Platz kennt das als einzig wirklichen Kritikpunkt: „Wir werden prüfen, ob das geändert werden kann.“

Domprediger macht Hoffnung

Magdeburgs Domprediger Jörg-Uhle Wettler macht schon mal Hoffnung. „In diesem Jahr haben wir uns auf die Lichtgestaltung im Dom konzentriert. Jetzt arbeiten wir in Arbeitsgruppen daran, wie der Dom sichtbarer nach außen werden kann.“