Magdeburg l Bei Arbeiten auf einem Firmengelände im Magdeburger Stadtteil Gewerbegebiet Nord ist am Dienstag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der Blindgänger an der Parchauer Straße soll noch im Lauf des Tages entschärft werden, sagte ein Polizeisprecher auf Volksstimme-Nachfrage. Derzeit werde evakuiert. Das betreffe jedoch nur Gewerbetreibende, heißt es seitens der Polizei. Der August-Bebel-Damm ist aber ab 17 Uhr zwischen Aral-Tankstelle und Betriebshof Nord gesperrt.

Wie der Pressesprecher der Polizeiinspektion Zentrale Dienste, Hans Eichelberger, am Fundort mitteilte, handle es sich um eine fünf Zentner schwere, amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. "Bei dem Aufprall wurde damals der Heckzünder zerstört, der Kopfzünder ist hingegen noch intakt", berichtet der Pressesprecher. Seitens der Entschärfer sei ein Sperrkreis von 800 Metern Radius festgelegt worden. Deswegen müssten insgesamt mehr als 30 Firmen evakuiert werden. Dazu gehören unter anderem der Zoll sowie Enercon und Stork.

"Wir rechnen damit, dass wir am späten Nachmittag mit der Entschärfung beginnen können", erklärt Eichelberger weiter. Ein Verkehrschaos in Rothensee und dem nördlichen Teil der Stadt ließe sich dann nicht vermeiden. Man bitte auch Passanten den Bereich weiträumig zu meiden. Die Katastrophen-WarnApp "Nina" hat den Beginn der Entschärfung für 18.15 Uhr angekündigt. Es könne auch etwas später werden, sagte ein Polizeisprecher. "Wir sind aber auf derZielgeraden."

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe haben Einschränkungen des Straßenbahnverkehrs angekündigt. Während der Zeit der Entschärfung könne nur bis zum Betriebshof Nord gefahren werden, kündigte das Unternehmen an. Schienenersatzverkehr sei nicht möglich.

Bombe in Halle

Beinah zeitgleich berichtet die Nachrichtenagentur Dpa aus Halle: "In Halle ist auf der Baustelle des Fußball-Nachwuchsleistungszentrums im Stadtteil Silberhöhe eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die 75-Kilogramm-Fliegerbombe sei am Montagabend entdeckt worden, teilte die Stadt am Dienstag mit. Der Umkreis von 500 Metern um den Fundort werde nun evakuiert. Davon seien rund 2800 Einwohnerinnen und Einwohner betroffen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sei am Fundort und versuche, den Sprengsatz zu entschärfen."

Das Gewerbegebiet im Norden Magdeburgs war in der Zeit des Zweiten Weltkriegs Sitz kriegswichtiger Unternehmen und war deshalb damals Ziel von Luftangriffen.