Magdeburg l Vor vier Jahren hatte die Stadt eine eigene Radarfalle angeschafft. Damit blitzt nicht mehr die Polizei allein im Stadtgebiet, sondern auch die Kommune. Kostenpunkt für den städtischen Blitzer damals: 150.000 Euro.

Doch die Einnahmen zusammen mit dem Erlös aus den „Knöllchen“ der Falschparker gehen inzwischen jedes Jahr in die Millionen. Auf Volksstimme-Anfrage bezifferte das Rathaus die „Einnahmen aus dem ruhenden und fließenden Verkehr“ für 2017 auf 1,9 Millionen Euro. 2018 werden sie bei rund 2,2 Millionen Euro liegen.

Und für das kommende Jahr sind etwas über 3 Millionen Euro für diese und weitere Ordnungswidrigkeiten avisiert.

Vor Schulen und in Wohngebieten

Die Zahlen hinter diesem Trend interessierten CDU-Stadtrat Frank Schuster. Er bat in der Novembersitzung des Stadtrats die Verwaltung um eine genaue Aufstellung. Die liegt nun vor und gibt u. a. darüber Aufschluss, wo am häufigsten geblitzt und Falschparker abgestraft wurden. In die städtische Radarfalle tappten demnach im vergangenen Jahr 40.648 Kraftfahrer.

Am häufigsten wurde vor den Schulen in der Annastraße und Stormstraße sowie am Schleinufer, in der Ebendorfer Chaussee, am Rennebogen, in der Jerichower Straße und am Olvenstedter Graseweg geblitzt.

Bei den Falschparkern kam die Stadt 2017 sogar auf 77.930 Verstöße. Abgestraft wurden Parksünder hauptsächlich in den Bereichen Regierungsstraße, Bärstraße, Goldschmiedebrücke, im Stadtpark, in Stadtfeld-Ost sowie auf Kurzzeitparkplätzen.

Keine stationäre Radarfalle

Auch der Magdeburger Ring steht im Fokus. Allerdings: Einen stationären Blitzer, wie schon vor Jahren von der Stadt angekündigt, wird es dort vorerst weiterhin nicht geben, sondern nur punktuelle Messungen. Im letzten Jahr hat die Stadt auf dem Ring 13 Messungen durchgeführt – an acht verschiedenen Punkten.

Nach Auswertungen der Ergebnisse würden sich zwar zwei Standorte für den künftigen stationären Blitzer anbieten: einer zwischen Damaschkeplatz und Albert-Vater-Straße (Fahrtrichtung A2) und ein zweiter zwischen Damaschkeplatz und Großer Diesdorfer Straße (Fahrtrichtung A 14). Das Problem: An beiden Stellen sind noch Bauarbeiten geplant. So wird es im Zuge des 4. Bauabschnitts der zweiten Nord-Süd-Verbindung der MVB auch Umbaumaßnahmen auf dem Ring geben. Die Fahrbahnen werden 10 Meter in östliche Richtung verlegt.

Vorerst weiter punktuelle Messungen

Der Messpunkt 1 komme damit bis Abschluss der Maßnahme nicht infrage, argumentiert die Stadt. Und auch das Projekt „Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee“/Bahnhofstunnel wirke sich auf die Straßenbahntrasse des Adelheidrings, zwischen der Olvenstedter Straße und der Großen Diesdorfer Straße, aus. Die Umbauten berühren ebenfalls den Ring. Somit könne auch der Messpunkt 2 vorerst nicht mit einer festen Messkabine realisiert werden. Wenn diese dann doch einmal steht, soll darin der mobile Blitzer zeitweise untergebracht werden. Doch bis es so weit ist, wird es auf dem Ring bei punktuellen Messungen bleiben.

Auf insgesamt 280 Messstellen in Magdeburg konzentriert sich die städtische Radarfalle. Schwerpunktkontrollen gibt es vor Schulen, Kitas, in Wohngebieten und Tempo-30-Zonen.