Magdeburg l Eine „Kulturbrücke“, die die Innenstadt mit Stadtfeld verbindet. Ein Kletterpark an den Gleisen entlang der Bahnhofstraße. Ein komplett neues Viertel, dort wo derzeit der große Parkplatz von Karstadt ist. Das sind nur drei der möglichen Ideen für die Innenstadt der Zukunft. Ausgedacht hat sich diese und viele weitere Gestaltungsvorschläge das Stadtplanungsamt zusammen mit dem Projektbüro Urban Catalyst aus Berlin. Sie alle bilden den Rahmenplan Innenstadt, der deren Gestaltung in den kommenden Jahren informell vorgeben soll.

Grundlage sind zahlreiche Bürgerbeteiligungen, die seit Oktober 2019 durchgeführt worden. Damals gab es erste Spaziergänge durch die Altstadt. Es folgte eine öffentliche Veranstaltung, der Dialog 1, zu der knapp 100 Bürger kamen. Der zweite Dialog musste wegen Corona online stattfinden. Dennoch gingen Tausende Hinweise ein, die in die aktuell vorliegende Version des Rahmenplans eingeflossen sind.

Von Anwohnern lernen

Nun ist der Dialog 3 gestartet und bietet die letzte Möglichkeit für die Magdeburger, die Zukunft ihrer Innenstadt zu beeinflussen, bevor das fertige Dokument im Stadtrat landet. „Es ist uns wichtig, die Leute mitzunehmen, um von ihnen zu lernen“, sagt Bernd Kapelle, der das Projekt im Stadtplanungsamt zusammen mit Liane Radike verantwortet. Denn die Anwohner wüssten am besten, wo es schon schön ist, wo es noch schöner werden kann und wo es aktuell noch klemmt.

Im Zuge des bisherigen Bürgeraustauschs haben sich fünf sogenannte Vertiefungsbereiche herausgebildet, für die es nun schon recht konkrete Entwürfe gibt. So geht es zum Beispiel um den Prämonstratenserberg und dessen Umgebung von Kloster bis Johanniskirche. Mehrere neue Gebäude sind dort in „grünen Quartieren“ vorgesehen. Das Schleinufer sollte verkehrsberuhigt werden, um die Stadt näher an die Elbe zu bringen, heißt es dort unter anderem.

Verkehr spielt große Rolle

In den weiteren Vertiefungsbereichen geht es um die Kreuzung Ernst-Reuter-Allee/Breiter Weg, die Jakobstraße, die Brachflächen entlang den Gleisen an der Bahnhofstraße sowie die große Freifläche zwischen Karstadt und SKL-Gebäude. Der Verkehr spielt dort stets eine große Rolle, Autos im Allgemeinen eine untergeordnete. Der Fokus liegt auf Fußgängern, Radfahrern und öffentlichem Nahverkehr. „Es sind aber alles nur Vorschläge, zu denen wir die Meinung der Bürger hören wollen“, betont Bernd Kapelle.

„Es geht dabei aber nicht darum, wo noch eine Bank oder ein Fahrradbügel fehlt“, fährt er fort. Das gebe der Begriff Rahmenplan schon vor. Bei künftigen Planungen soll er zugrunde liegen. Eine konkrete Umsetzung aller oder einzelner Ideen wird es durch den Stadtratsbeschluss aber nicht geben.

Mitmachen lohne sich dennoch. „Es geht um unsere Innenstadt. Jetzt hat jeder die Chance, sie mitzugestalten. Geschimpft wird immer viel. Die Kraft dafür ist hier viel besser investiert“, sagt Bernd Kapelle. Die Onlinebefragung ist unter www.magdeburg.de/rahmenplaninnenstadt zu finden.