Magdeburg l Zum zweiten Mal in der Corona-Krise muss in Magdeburg eine Schule wegen eines Infektionsfalls geschlossen werden. Betroffen ist ab heute die Grundschule Am Umfassungsweg. Diese Entscheidung traf am Donnerstag das Gesundheitsamt nach intensiver Abwägung.

Auslöser ist ein positiv getestetes Kind, das die Einrichtung besucht. „Wir haben uns nach einer intensiven Analyse zu einer Schulschließung durchgerungen, weil das Kind Kontakt zu vielen Mitschülern und zu Lehrern und anderem Personal in der Schule hatte. Da sich nicht alle Kontakte sicher nachvollziehen lassen, haben wir uns zu einer kompletten Schließung der Schule entschlossen“, sagte Gesundheitsamtsleiter Eike Hennig weiter. So soll die Infektionskette durchbrochen werden.

Außerdem kommt noch ein Kontakt der Mutter zur Schule hinzu. Sie war während einer Elternversammlung anwesend. Auch hier ist für alle Kontaktpersonen Quarantäne die Folge. Wie viele Personen insgesamt betroffen sind, war bis Donnerstag nicht zu ermitteln. Die Schule war am Nachmittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Beschult werden dort allerdings mehr als hundert Kinder der ersten bis vierten Klasse. Dazu kommen Lehrer, Schulsozialarbeiter sowie weiteres Personal. Die Quarantäne erstreckt sich auf zwei Wochen. Die Schule ist bis zum 26. Juni dicht. Infizierte Personen sollen nach 14 Tagen noch einmal getestet werden.

Das betroffene Kind stammt aus einer von vier rumänischen Familien, in denen sechs erwachsene Personen positiv auf Corona getestet wurden. Alle neun weiteren zu den Familien gehörende Kinder wurden negativ getestet.

Die Familien stammen aus unterschiedlichen Stadtteilen Magdeburgs, ebenso wie die zwei britischen und ein pakistanischer Staatsbürger, bei denen das Virus ebenfalls festgestellt worden war. Sie alle sind unter Quarantäne gestellt worden.

Woher die Infektionen stammen, bleibt unklar. Bei der Recherche durch das Gesundheitsamt wurde von allen Personen angegeben, weder auf Reisen gewesen zu sein noch Besuch empfangen zu haben. Möglichkeiten zur Nachprüfung hat das Amt nicht, erklärte Eike Hennig weiter.

Schüler und Personal der Grundschule Am Umfassungsweg haben nun die Möglichkeit, sich in der Fieberambulanz vorzustellen. „Eine Testpflicht halten wir nicht für notwendig. Aber jeder kann sich in der Fieberambulanz testen lassen", so Hennig.

Das Gesundheitsamt wertete die Schulschließung als „normalen Vorgang“. Wegen der bundesweiten Lockerungsmaßnahmen wie dem Wegfall von Reisebeschränkungen sei damit zu rechnen gewesen, dass solche Situationen auftreten, sagte Amtsarzt Eike Hennig weiter. Das Gesundheitsamt sei gut aufgestellt, die Maßnahmen zu organisieren und können jederzeit auch personell aufgestockt werden. Im Moment sei das aber noch nicht nötig. Die Einhaltung der Quarantäne wird durch das Ordnungsamt überprüft.