Magdeburg l Auf einem Krisengipfel der freien Kulturschaffenden Magdeburgs im Literaturhaus in Magdeburg haben die Teilnehmer am 16. März 2020 einen Brief an Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) verfasst. Darin fordern sie eine einheitliche behördliche Untersagung von Veranstaltungen aller Art. „Wir wünschen uns eine klare Verfügung der Stadt, die ein Verbot aller Veranstaltungen in allen Bereichen vorsieht", sagte Lars Johansen, Kabarettist und Leiter des vereinsgetragenen Kulturzentrums Moritzhof.

Es geht um Regressansprüche

Hintergrund ist, dass die Künstler eine einheitliche behördliche Vorgabe benötigen, um ihrerseits gegenüber Gästen, eingeladenen Künstlern, Lieferanten und Privatanmietern absagen zu können. „Eine solche Anordnung würde uns enorm entlasten hinsichtlich der Regressansprüche", argumentierte Johansen.

Der Brief soll noch am Montag an den OB übermittelt werden. Die Hoffnung besteht darin, spätestens am Dienstag eine entsprechende Verfügung zu bekommen. Man wolle keinen Druck aufbauen, sondern hoffe auf eine vernünftige Entscheidung, hieß es weiter.

Keine Einnahmen, aber Kosten

An der Beratung hatten Künstler und Vertreter der freien Szene teilgenommen. Insbesondere für privat und ohne staatliche Gelder betriebene Einrichtungen wie die Kabaretts der Stadt oder das Theater An der Angel sei der jetzige Zustand existenzbedrohend, sagte Johansen. Diese Häuser hätten keine Einnahmen mehr, müssten aber Kosten wie Miete und Kredite bedienen.

Johansen betonte, dass in der Runde mit etwa 40 Vertretern aus rund 20 Einrichtungen der Klub- und Kulturszene trotz der brenzligen Situation eine sehr konstruktive Atmosphäre geherrscht habe. „Es wurde gemeinsam nach Lösungen und Ansätzen gesucht, obwohl vielen das Wasser bis zum Hals steht", so Johansen.

Weitere Beratungen

Gemeinsam mit Christina Szibor von der Festung Mark war Johansen zum Sprecher des losen Zusammenschlusses bestimmt worden, die die Informationen nach draußen tragen. Am 23. März 2020 soll wieder getagt werden.