Krankenhaus-Besuch

Corona-Lügnerin aus Harz wird angeklagt

Eine Wernigeröderin soll sich trotz Corona-Infektion ins Harzklinikum geschlichen haben. Die Frau wurde nun angeklagt.

Quedlinburg/Halberstadt l Der Fall hat im Herbst 2020 für Schlagzeilen gesorgt: Einer Frau aus Wernigerode war von der Leitung des Quedlinburger Harzklinikums vorgeworfen worden, sich wissend um eine mögliche Corona-Infektion und unter Vortäuschen falscher Tatsachen ins Krankenhaus eingeschlichen zu haben. Einen Tag später, so die Klinikleitung damals, sei klar gewesen, dass die Frau tatsächlich infiziert ist. Nunmehr hat die Staatsanwaltschaft in Halberstadt in dem Fall ihre Ermittlungen abgeschlossen und – wie Behördenchef Hauke Roggenbuck auf Anfrage erklärt – gegen die Frau Anklage erhoben.
„Wir werfen ihr ganz konkret versuchte gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Hausfriedensbruch vor“, skizziert der Oberstaatsanwalt die Vorwürfe. Im Zuge der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft habe sich ein hinreichender Tatverdacht ergeben – „und es bestand die reale Gefahr der Ansteckung mit Corona“, so der Behördenchef zur Volksstimme.
Die Anklage sei Mitte Februar am Amtsgericht Quedlinburg erhoben worden. Christian Löffler, Sprecher der zuständigen Pressestelle am Landgericht Magdeburg, bestätigte am Mittwoch, dass die Anklage vorliegt und der angeschuldigten Frau zwischenzeitlich zugestellt worden sei.