Magdeburg l Mitte Dezember 2020 soll in Magdeburg ein Corona-Impfzentrum aufgebaut sein. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) favorisiert eine der Messehallen dafür. Unterdessen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit einem Testlauf simuliert, wie der Ablauf beim Impfen vieler Personen im künftigen Corona-Impfzentrum optimal gestaltet werden kann und welche Zeit dafür benötigt wird.

„Da sich viele Vertragsärzte und Ruheständler bereit erklärt haben, in den Impfzentren tätig zu werden, wollten wir hier etwas unterstützen“, erklärte KV-Sprecherin Heike Liensdorf am Dienstag gegenüber der Volksstimme. Als Testobjekt wurde die bestehende Fieberambulanz in der Brandenburger Straße genutzt. „Diese eignet sich zwar eher weniger für massenhafte Impfungen, weil das Platzangebot dafür nicht ausreicht. Dies war uns von vornherein bekannt. Trotzdem eignete sich die Fieberambulanz durch die vorhandenen Kabinen und Technik für eine Simulation“, so die KV-Sprecherin.

Probe mit 72 Testern

Mit Hilfe von 72 Testprobanden wurde der Ablauf in einem Impfzentrum nachgestellt. Über die Anmeldung, die Aufklärung, die Impfung selbst und den abschließenden Aufenthalt bis zum Verlassen der Einrichtung wurde seitens der KV der Ablauf entsprechend aufgebaut.

Das Ergebnis: Etwa 45 Minuten hat das durchschnittlich je Proband gedauert. Am Testlauf waren drei Ärztinnen und ein Arzt sowie viele Helferinnen und Helfer beteiligt.

Zuerst das Krankenhauspersonal

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun dabei helfen, Hinweise für die Ausstattung von Impfstellen zu geben. Zuständig für den Aufbau der Impfzentren sind die Landkreise und kreisfreien Städte gemeinsam mit dem Land, vertreten durch das Sozialministerium. Trümper zeigte sich vergangene Woche optimistisch, dass das Magdeburger Impfzentrum bis Mitte Dezember bereit sein könnte. „Ich glaube aber, dass wir die Impfzentren in den ersten Tagen noch gar nicht brauchen werden, weil zuerst das Krankenhauspersonal an der Reihe sein wird. Die bekommen die Impfdosen selbst und machen das allein“, so Trümper.

Zusätzlich werde es mobile Impfteams für die Altenpflegeheime geben. Pro Heim werde ein Arzt benannt, der die Einrichtungen aufsucht und dort impft. Heimbewohner müssten also nicht ins Impfzentrum kommen.

Trümper rät zur Impfung

Wann die Bevölkerung im Impfzentrum geimpft werden kann, ist noch nicht klar. Trümper geht eher davon aus, dass dies ab dem neuen Jahr der Fall sein könnte, wie er vergangene Woche sagte. Eine Impfpflicht werde es nicht geben, bekräftigte der Oberbürgermeister. Jeder entscheide selbst, ob er sich impfen lassen möchte. Er rate aber jedem, sich impfen zu lassen.