Magdeburg l „Leute, holt die Nähmaschinen raus!“, sagt Anja Winkelmann aus Menz. Die Volksstimme berichtete über die gebürtige Magdeburgerin, die leidenschaftlich gern in ihrer Freizeit näht und auf Verdacht damit angefangen hatte, Gesichtsmasken zu nähen. Soziale Einrichtungen wie Physiotherapien oder Pflegeheime wollte sie damit unterstützen und hatte nicht erwartet, wie groß die Nachfrage sein würde. „Ich hätte locker Abnehmer für 200 bis 300 Masken“, sagt sie. Und da seien die Anfragen von Privatpersonen noch nicht inbegriffen. Da sie die Nachfrage kaum bedienen kann, ruft sie dazu auf, dass sich mehr Menschen, die nähen können, einbringen und Gesichtsmasken fertigen. „Anleitungen gibt es zuhauf im Internet“, sagt sie. Sie selbst hat sich nun entschieden für einen Verbund von drei Physiotherapien und ein Zahnlabor Masken zu nähen. Eine weitere große Anfrage aus dem Raum Wolmirstedt hat sie an eine andere Nähgruppe weitergeleitet, so dass auch hier geholfen werden kann.

Private Anfragen von Einzelpersonen verwies sie an professionelle Schneidereien, die aktuell aufgrund der Beschränkungen weniger zu tun haben und teils auch auf das Schneidern von Masken umsatteln, erzählt sie.

Sie glaubt jedoch, dass in den nächsten Wochen noch weit mehr Masken benötigt werden würden. Unter anderem verweist sie auf die Entwicklungen in Österreich, wo bereits eine Maskenpflicht für Supermärkte angekündigt ist. „In Deutschland sind wir in der Entwicklung immer einige Tage hinter Österreich“, sagt die 40-Jährige, die sehr aufmerksam die Lage verfolgt und überzeugt ist, dass eine Maskenpflicht für Supermärkte auch hierzulande kommen könnte.

Nachfrage hat sich in einer Woche verdoppelt

Sie sei froh, sagt sie, dass inzwischen noch mehr Leute angefangen haben, Masken zu nähen. Teils hätten Nähgruppen sich sogar arbeitsteilig organisiert: Einer macht die Zuschnitte, der Nächste macht die Näharbeiten, der Nächste bügelt die Falten rein“, erzählt sie. Und auch sie selbst habe, um die angenommenen Anfragen bewältigen zu können, sich ein neues System überlegt. „Normalerweise möchte ich immer, dass eins fertig ist, ehe ich etwas Neues beginne“, sagt Winkelmann, die eigentlich Heilpraktikerin und auch Mutter ist und ein schulpflichtiges Kind zu Hause betreut.

Was sie gefreut hat: Es gab auch viele Menschen, die Stoffe angeboten haben. Auch deren Namen hat sie sich erst einmal aufgeschrieben. „Aber ich habe selbst wirklich auch sehr viel Stoff“, erzählt sie. Wie rasant die Nachfrage nach Masken steigt, sieht sie auch in den sozialen Netzwerken. In einer Nähgruppe waren vergangene Woche noch 5000  Masken angefragt, inzwischen seien es schon 10.000. Deshalb möchte sie jeden, der kann und gern helfen möchte, ermuntern sich hier einzubringen.