Magdeburg l Seit 2017 lädt das Café „Treibgut“ im Wissenschaftshafen von Magdeburg Spaziergänger und Nutzer des Elbe-Radwegs zu einer Verschnaufpause ein. Wie alle anderen gastronomischen Einrichtungen musste das Lokal durch die Corona-Beschränkungen empfindliche Umsatzeinbußen verzeichnen. Weil der Betreiber nun mehrfach Tanzveranstaltungen durchgeführt und trotz wiederholter Ermahnungen die geltenden Auflagen dabei missachtet habe, droht die Stadtverwaltung jetzt offenbar, ihm die Gewerbelizenz zu entziehen.

Der Volksstimme liegt ein entsprechendes Schreiben vor. Darin wird dem Betreiber unter anderem vorgeworfen, dass an mehreren Wochenenden im August bis zu 100 Menschen dicht an dicht vor einer Bühne tanzten. Weder Gäste noch Mitarbeiter hätten einen Mund-Nasen-Schutz getragen, wie Ordnungsmitarbeiter festgestellt haben. Durch sein Verhalten habe der Betreiber die Gesundheit seiner Gäste gefährdet, heißt es. Mehrfach wurde ihm zudem gesagt, dass nach 22 Uhr keine Musik gespielt werden dürfe. Bei der nächsten Kontrolle lief diese aber wieder „lautstark“, so einer der Vorwürfe.

Auf Volksstimme-Anfrage bestätigt Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra, dass das „Treibgut“ aktenkundig sei. „Im Zusammenhang mit dem Betrieb dieser Gaststätte wurden mehrere Verstöße gegen die gültige Corona-Eindämmungsverordnung festgestellt“, erklärt sie. Der Betreiber müsse aus diesem Grund „mit einem deutlichen Bußgeld“ rechnen. Ob tatsächlich auch der Entzug der Gewerbelizenz im Raum steht, möchte sie nicht kommentieren. „Über weitere Verwaltungsmaßnahmen wurde noch nicht abschließend entschieden“, sagt sie nur.

Auf Anfrage teilt Betreiber Jan Walsleben mit, dass er das Thema derzeit nicht kommentieren könne. Auch der von ihm beauftragte Anwalt ließ die Bitte um Stellungnahme zu den Vorwürfen der Stadt bislang unbeantwortet.