Magdeburg l Im Magdeburger Gesundheitsamt ist wegen des Coronavirus ein Bereitschaftsdienst installiert worden. Die Verantwortlichen sind aber weiterhin unbesorgt. "Das ist eine normale Vorgehensweise für solche Sitationen. Wir wollen einfach nur vorbereitet sein, sollte ein Infektionsverdachtsfall gemeldet werden", so Amtsleiter Dr. Eike Hennig. Die Situation um das neue Coronavirus wird engmaschig beobachtet, wie er mitteilte.

"Wir sind vorsichtig, weil vieles, was den Erreger betrifft, noch unsicher ist und es eine Erkrankung ist, die Sterbefälle verursacht", sagte der Mediziner. Das Gesundheitsamt steht in engem Kontakt mit den Magdeburger Kliniken und der Leitstelle. Das dient ebenfalls der Sicherheit und Vorbereitung. Wichtig ist Hennig, deutlich zu machen, dass die bisherigen Infektionsfälle zusammenhängen. "Die fünf Fälle in Bayern haben einen epidemiologischen Zusammenhang, das heißt, alle Erkrankten hatten Kontakt zueinander und haben sich so infiziert. Die Ursache war eine kranke Frau aus China, die mittlerweile schon wieder abgereist ist." 

Übliches Vorgehen der WHO

Der durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufene Gesundheitsnotstand ist keine medizinsche Warnung für Magdeburg. "Das ist lediglich eine Maßnahme der WHO, auf die Situation aufmerksam zu machen", sagt Hennig. Damit will die WHO die Mitgliedsstaaten zu besonderer Vorsicht mahnen. Des Weiteren können so öffentliche Gelder einfacher und schneller freigegeben werden. Durch den ausgerufenen Gesundheitsnotstand werden dem Gesundheitsamt keine weitreichenderen Rechte zugebilligt.

In Magdeburg werden Rückkehrer aus China vom Gesundheitsamt nicht unter Generalverdacht gestellt. Beobachtet werden lediglich Rückkehrer, die erkrankt einreisen. "Es sind schon einige Leute wieder nach Magdeburg gekommen, sowohl Deutsche als auch Chinesen, keiner ist bisher krank geworden", berichtet Hennig.

Ziel ist Eindämmung des Ausbruchs

Gründe die Maßnahme der WHO sieht Hennig darin begründet, dass die Zahl der Infizierten massiv gestiegen ist. Auch die Zahl der Verstorbenen ist auf mittlerweile etwa 200 gestiegen. Die WHO ruft den Notstand aus, wenn ein unerwartetes Ereignis eintritt, das schwerwiegende Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit hat. Ziel der Maßnahme ist, den Ausbruch an der Quelle einzudämmen. Dazu sollen die betroffenen Länder transparent informieren und bereit sein, infizierte Patienten zu isolieren, wie Hennig am Freitag der Volksstimme mitteilte.

"Bei etwa 10.000 Erkrankten sprechen wir da von einer Übersterblichkeit von zwei Prozent", versucht Hennig das Ausmaß zu relativieren. Des Weiteren ist auch die Krankheitsgeschichte der Verstorbenen zu beachten. "Keiner weiß, ob alle Opfer aufgrund der Coronainfektion gestorben sind oder nicht doch möglicherweise schwere Vorerkrankungen hatten." Dies erhöht auch bei normalen Grippeerkrankungen das Sterberisiko, erklärt er.