Magdeburg l Amtsarzt Dr. Eike Hennig hat sich auf der jüngsten Corona-Pressekonferenz der Landeshauptstadt klar für den Einsatz des Impfstoffes von Hersteller Astrazeneca ausgesprochen. Die derzeitige Diskussion um die geringere Wirksamkeit des Impfstoffes im Vergleich zu anderen Impfstoffen sei „völlig unsinnig“, so Hennig. Astrazeneca sei aus seiner Sicht ein „hochwirksamer Impfstoff, der zugelassen ist und - wie alle anderen zugelassenen Impfstoffe auch – seine Aufgabe erfüllt. Nämlich vor Infektionen schützt“, sagte der Amtsarzt.

Der Impfstoff hat mit rund 70 Prozent eine geringere prozentuale Wirksamkeit als beispielsweise der Impfstoff von Biontech, der um die 90 Prozent hat. Bei Grippeschutzimpfungen spreche man in manchen Jahren von einer durchschnittlichen Wirksamkeit von etwa 50 Prozent, so Hennig. „Und die Grippeschutzimpfung ist anerkannterweise eine hochwirksame Impfung, die vielen Menschen eine schwere Grippeerkrankung oder Todesfälle erspart“, sagte der Amtsarzt.

Für Verunsicherung und teils auch Ablehnung sorgen zudem Berichte von Nebenwirkungen nach der Impfung. In einigen Fällen waren Geimpfte nach der Injektion krankgeschrieben und konnten nicht arbeiten. Aktuell sind Pflegekräfte und Ärzte die Zielgruppe für den Astra-Zeneca-Impfstoff. Für Menschen ab 65 Jahre ist er nicht zugelassen, weil Daten zur Wirksamkeit bei Älteren fehlen. Auch in Magdeburger Kliniken, wie etwa dem städtischen Klinikum oder der Uniklinik, gab es bereits Absagen von Impfterminen.

Betrieb im Impfzentrum erweitert

Diese Nebenwirkungen seien rechtlich gar keine, sondern Impfreaktionen, so Hennig. Eine „Reaktion des Körpers mit einer kurzen Fieberspitze und Schmerzen im Arm“ sei ein Zeichen dafür, „dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt und eine Immunantwort“ bilde. Er jedenfalls würde sich – wenn er an der Reihe ist – mit dem Impfstoff impfen lassen, erklärte der Amtsarzt.

Neben den Impfungen in den Kliniken der Stadt, die die Immunisierungen selbst vornehmen, wird medizinisches und pflegerisches Personal ab dem 27. Februar 2021 sonnabends im Impfzentrum geimpft. Bislang war hierfür der Mittwoch vorgesehen. Der Sonnabend sei nun gewählt worden, weil er zum einen organisatorisch für die Praxen besser geeignet sei, zum anderen, falls Nachwirkungen auftreten sollten, der Sonntag noch als Ruhetag zur Verfügung stünde, erklärte Simone Borris, die Leiterin des Aufbaustabes Impfen.

Zudem sollte die Möglichkeit der Impfungen auf einen weiteren Tag ausgedehnt werden. Das Magdeburger Impfzentrum ist seit dem 22. Februar 2021 montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr für die Impfung der über 80-Jährigen geöffnet.