Magdeburg l Die Sorge ist auch in der Magdeburger LSBTIQ*-Community in Magdeburg groß, dass die in den vergangenen Jahren erkämpften Rechte mit dem Rechtsruck in der Gesellschaft wieder verloren gehen könnten. Daher sind der Christopher Street Day (CSD) und die damit verbundenen Aktionen nach wie vor ein wichtiges Ereignis für die Community, die bunter ist als die Regenbogenfahnen, die alljährlich am Magdeburger Rathaus gehisst werden.

„Früher waren wir einfach nur schwul“, sagt Andreas Bösener, der zu den Organisatoren des CSD Magdeburg gehört. Inzwischen vereinigen sich unter der Regenbogenfahne lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle sowie queere Menschen. Sie wollen unter dem Motto „Deine Rechte wa(h)ren?!“ dafür einstehen, dass diese auch erhalten bleiben. Und so machen sie auch einige Forderungen auf, die von finanziellen Zuwendungen bis hin zu Präsenz im Alltag reichen.

Straßenbahn in Regenbogenfarben

Sie fordern zum Beispiel eine Vielfaltsampel für den Breiten Weg, um darauf aufmerksam zu machen, dass Liebe viele Wege kennt. Anstelle des klassischen Ampelmännchens sollen darauf lesbische, schwule und heterosexuelle Paare abgebildet werden. Auf diese Weise soll auch ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden. Dieses könnte auch durch eine in den Regenbogenfarben gestaltete Straßenbahn erreicht werden, die die Mitglieder der Community von Stadt und Magdeburger Verkehrsbetrieben fordern. In Braunschweig gebe es bereits so eine Straßenbahn.

Aber auch Bildungsangebote für Erzieherinnen, Mitarbeiter, die mit Migranten zusammenarbeiten stehen auf der Agenda. Unter anderem soll es auch eine Beratungsstelle für LSBTIQ*-Geflüchtete mit Aushängen an Hotspots wie den Flüchtlingsunterkünften geben.

Da die Fallzahlen homo-, bi- und transphober Gewalt bundesweit steigen, fordern die Mitglieder zudem Unterstützung für ein dauerhaftes Projekt zur Beratung von Opfern sowie die Erstellung einer anonymisierten Statistik für Beleidigungen und Angriffe. Immer wieder komme es auch in Magdeburg vor, dass homosexuelle Pärchen beleidigt werden.

Hoffnung auf breite Solidarität

Und so hoffen die Veranstalter der CSD-Wochen, dass sich auch heterosexuelle Magdeburger mit ihnen solidarisieren und zu den Veranstaltungen kommen. Weithin sichtbar jedenfalls werden die CSD-Wochen sein. Am Campustower am Uniplatz soll eine 2,40 breite und 40 Meter lange Regenbogenfahne gespannt werden, außerdem soll der Katharinenturm bunt leuchten – und zwar nicht nur in den Farben der Regenbogenfahne, sondern auch der Bi- und der Pan-Fahne, wie Mitorganisator Falko Jentsch berichtete.

Die Organisatoren bedauerten, dass es am Programm des CSD Kritik aus der Community gegeben habe, weil die Frauen zu kurz kämen, schließlich hätten sich die einschlägigen Institutionen mit ihren Ideen und Vorstellungen einbringen können.

Höhepunkt des Programms dürfte am Sonnabend, 24. August, die CSD-Demonstration durch die Innenstadt sein. Um 12 Uhr beginnt auf dem Alten Markt das CSD-Stadtfest, bei dem es auch eine kurze Podiumsdiskussion geben wird. Anschließend startet um 13  Uhr die Demo durch die Stadt, bei der die Community zeigen will: Wir sind bunt und wir sind viele.

Gemeinsames Frühstück

Auf dem Stadtfest sind dann Consuela Grande, Kevin Patrick, MKSM, Du-Luxury sowie Magdeburgs Dorf-Diva Ottilie S. and Friends zu erleben. Die Abschlussparty beginnt um 23 Uhr im Boys‘n‘Beats. Am 25. August ist dann gemeinsames Frühstücken auf dem Alten Markt und anschließendes Aufräumen geplant.