Wasserschäden

Das Technikmuseum Magdeburg bleibt trotz Corona-Lockerungen geschlossen

Das MagdeburgerTechnikmuseum wird weitere Wochen oder gar Monate geschlossen bleiben. Schuld ist nicht die Corona-Pandemie, sondern der erhebliche Schaden am Gebäude.

Von Anja Guse
Im Technikmuseum tropft seit Jahren Wasser von der Decke. Die Dachkonstruktion ist undicht. Museumsleiter Hajo Neumann steht hier im Depot an einer großen Pfütze. Das Museum ist derzeit aus diesen Gründen geschlossen.
Im Technikmuseum tropft seit Jahren Wasser von der Decke. Die Dachkonstruktion ist undicht. Museumsleiter Hajo Neumann steht hier im Depot an einer großen Pfütze. Das Museum ist derzeit aus diesen Gründen geschlossen. Foto: Uli Lücke

Magdeburg - Eine riesige Pfütze macht sich mitten in der Halle breit. Bei jedem Regenguss drückt Wasser durch das undichte Dach des Technikmuseums. Mit einem Eimer versucht Museumsleiter Hajo Neumann zu retten was geht. Doch der Kampf scheint aussichtslos.

Der seit Jahren schlechte Zustand des Gebäudes hat sich durch den harten Wintereinbruch im Februar 2021 noch einmal verschlimmert. Durch die Schneemassen und die Schneeschmelze drang auch in Bereichen der Dauerausstellung und in Nebengebäuden, die zuvor unauffällig waren, Wasser ein. Das geht aus einer aktuellen Stellungnahme der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Fraktion Grüne/future! hervor. Die Folge: Exponate müssen gesichert werden. Vitrinen wurden ins Depot gebracht, historische Traktoren weggeschafft und alte Motorräder mit Planen zum Schutz vor Nässe abgedeckt. „Für Besucher ist das nicht sehr attraktiv“, erklärt Neumann gegenüber der Volksstimme. Deshalb bleibt das Haus bis auf Weiteres geschlossen.

Bereits im Herbst 2020 wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass die Schäden weitaus größer sind als bis dahin angenommen. So ist nicht nur das Dach undicht, sondern auch die Dämmung vollständig durchfeuchtet, erklärt die Verwaltung. Eine Teilsanierung des Daches scheint nicht sinnvoll. Auch andere Bereiche müssten berücksichtigt werden. Deshalb werden die Untersuchungen des Gebäudes fortgesetzt. Ziel sei es, eine Faktengrundlage zu schaffen für das weitere Vorgehen. Das denkmalgeschützte Haus soll dann ganzheitlich saniert werden. Zudem wird das Konzept vollständig überarbeitet. Geplant ist, das Technikmuseum unter anderem zu einem Zentrum für Industriekultur mit Werkstätten für Vereine, Kultur und Wissenschaft weiterzuentwickeln. Auch die Dauerausstellung soll überarbeitet werden. Und künftig sollen noch mehr Veranstaltungen Besucher aus nah und fern anlocken.

Für all das sind zusätzliche Neubauten notwendig. Die Stadt prüfe den Ankauf weiterer Grundstücke, so Neumann. Derzeit sei auch das Vermessungsamt im Haus. Demnächst stünden Bodengutachten an. Das alles wird noch Monate in Anspruch nehmen.

Doch obwohl die Ausstellung für Besucher weiter geschlossen bleibt, will das Technikmuseum schon bald wieder Gäste empfangen. Die Jazznacht soll im Juli stattfinden können. Das Sommertheater ebenso. Die Hengstmänner wollen in dieser Woche ihre Kabarett-Bühne aufbauen, verrät Neumann. Zudem seien Projekte mit dem Puppentheater geplant.

Darüber hinaus ist das Technikmuseum stärker im Internet und mit digitalen Angeboten vertreten. So gibt es im Internet und am Zaun Zeitzeugenvideos und Rätselbilder zu entdecken. Das Museum präsentiert sich auch in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram.