Baufortschritt

Die Fertigstellung des Buckau-Quartiers in Magdeburg verschiebt sich um ein halbes Jahr

Von Karolin Aertel 29.04.2021, 06:36
Fünf Häuser hinter historischer Fassade:  eine Draufsicht auf das geplante Buckau Quartier. Fast alle Wohnungen verfügen über Balkon oder Terrasse. Zudem werden die Innenhöfe begrünt.
Fünf Häuser hinter historischer Fassade: eine Draufsicht auf das geplante Buckau Quartier. Fast alle Wohnungen verfügen über Balkon oder Terrasse. Zudem werden die Innenhöfe begrünt. Visualisierung: incorporate berlin

Magdeburg

Haus um Haus wächst in der einstigen Buckauer Sporthalle. Wo einst die Sportler im Schweiße ihres Angesichts trainierten, werden bald schon die ersten Mieter einziehen. 144 Wohnungen entstehen in dem Quartier. Fünf Häuser werden von der Fassade der einstigen Halle gerahmt. Ende dieses Jahres war die Fertigstellung geplant. Daraus wird nichts. Der strenge Winter lähmte den Fortschritt der Bauarbeiten. Er schlug mit vier Wochen Verzug zu Buche. Problematischer seien jedoch die Auswirkungen der Corona-Pandemie gewesen, erklärt Investor Steffen Goldmann.

Arbeiter aus dem Ausland konnten nicht anreisen

Viele aus dem Ausland stammende Arbeiter konnten nicht einreisen. Das habe die Bauarbeiten deutlich verzögert. Dennoch zeigt sich Steffen Goldmann optimistisch und rechnet Mitte 2022 mit der Fertigstellung des Objektes. Aktuell sei man noch mit dem Rohbau beschäftigt. „In einzelnen Häusern hat auch schon der Innenausbau mit dem Trockenbau begonnen. Der Elektriker ist vor Ort und auch die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärfirma “, erklärt Goldmann.

Rund 35 Millionen Euro hat der Unternehmer der Goldmann-Group aus Berlin für sein „Buckau Quartier“ veranschlagt. Entstehen soll ein modernes Wohnen hinter historischen Fassaden. Die vorhandene Gebäudesubstanz ist hierfür komplett entkernt worden. Die Ausbauten im Inneren des Gebäudes haben durch den Wechsel von Querriegeln für Wohnungen und nach oben offenen Innenhöfen eine kammartige Struktur, heißt es im dazugehörigen Exposé. Die Innenhöfe sollen sich zudem nach Südwesten durch große, über zwei Geschosse gehende historische Torbögen in der Längsfassade öffnen. Die historische Außenwirkung der Originalsubstanz soll erhalten bleiben und die Südfassade nach der vollständigen Rekonstruktion wieder in ihrer ursprünglichen Form sichtbar sein.

Während der frühere Sporthalleneingang an der Coquistraße lag, wird der Zugang künftig über die Kapellenstraße neben der Sankt-Norbert-Kirche erfolgen. Eine Tiefgarage bietet den Bewohnern Abstellfläche für ihre Pkw und Personenaufzüge bringen die Bewohner direkt in die fünf Etagen. Alle Wohnungen im Objekt, die zumeist auch mit Balkon oder Terrasse ausgestattet werden, sind bereits verkauft.

Neues Quartier ist ein altes Kulturdenkmal

Das Besondere dieses neuen Wohnquartieres ist nicht zuletzt die Historie. Es handelt sich um ein über 100 Jahre altes Kulturdenkmal des Landes Sachsen-Anhalt. Es wurde um 1915 erbaut und ursprünglich als Straßenbahndepot genutzt.

Die einstige Buckauer Sporthalle, hier aus Richtung Kapellenstraße, wurde komplett entkernt. Aktuell sind die Bauarbeiter in einigen Bereichen noch mit dem Rohbau beschäftigt, in anderen werden schon die ersten Trockenbaumaßnahmen durchgeführt. Auch die Sanitäranlagenbauer und Elektriker sind schon im Einatz.
Die einstige Buckauer Sporthalle, hier aus Richtung Kapellenstraße, wurde komplett entkernt. Aktuell sind die Bauarbeiter in einigen Bereichen noch mit dem Rohbau beschäftigt, in anderen werden schon die ersten Trockenbaumaßnahmen durchgeführt. Auch die Sanitäranlagenbauer und Elektriker sind schon im Einatz.
Foto: Karolin Aertel

Nach 1945 beherbergte es dann eine Sporthalle. Vier Handballfelder fanden in ihr Platz. Später trainierten in ihr nur noch die Leichtathleten und danach wurde sie teilweise gewerblich genutzt. Die zuletzt bestehende Lagernutzung wurde im Zuge der beginnenden Umbauplanung aufgegeben. Durch die hallenartige Struktur sei das denkmalgeschützte Straßenbahndepot ein seltenes erhaltenes Beispiel gründerzeitlicher Infrastrukturarchitektur, heißt es weiter im Exposé des Objektes.

Steffen Goldmann, der auf Altbau- und Industriegebäudesanierung spezialisiert ist, hat vor vier Jahren die Halle vom Magdeburger Unternehmer Rolf Onnen gekauft.

Das Gebäude in der Kapellenstraße wurde um 1915 erbaut und ursprünglich als Straßenbahndepot genutzt. Nach 1945 wurde dieses historische Baudenkmal als Sporthalle, später teilweise auch gewerblich genutzt.  Nun wird es ein Wohnquartier.
Das Gebäude in der Kapellenstraße wurde um 1915 erbaut und ursprünglich als Straßenbahndepot genutzt. Nach 1945 wurde dieses historische Baudenkmal als Sporthalle, später teilweise auch gewerblich genutzt. Nun wird es ein Wohnquartier.
Visualisierung: incorporate berlin