Magdeburger Dom

Domförderverein widmet restauriertem Bauwerk in Magdeburg ein Buch zum Mitnehmen

Die Sanierung des Lettners im Magdeburger Dom war das größte Projekt, das der Domförderverein bis dahin auf den Weg gebracht hatte. Über den Lettner ist nun ein Buch erschienen.

Von Christina Bendigs
Restauratorin Claudia Böttcher, Autor Michael Sußmann und Fotograf und Verleger Janos Stekovics waren zur Präsentation des Buches ?Der mittelalterliche Lettner im Dom zu Magdeburg? anwesend.
Restauratorin Claudia Böttcher, Autor Michael Sußmann und Fotograf und Verleger Janos Stekovics waren zur Präsentation des Buches ?Der mittelalterliche Lettner im Dom zu Magdeburg? anwesend. Foto: Christina Bendigs

Magdeburg - Er stand immer da. Vor den Augen der Besucher des Magdeburger Domes. Doch seine ganze Schönheit entfaltet der Lettner im Magdeburger Dom erst seit der Restaurierung in den Jahren 2016 und 2017. Vorher wurde dem Bauwerk zwischen Kirchenschiff und Hohem Chor weniger Beachtung geschenkt. Doch der Förderverein wagte sich an die Restaurierung des wie in einem Dornröschenschlaf befindlichen Bauwerks. Seither ist das Werk von Baumeister Johannes Brochstete ein echter Blickfang.

Jedoch: So begeistert die Besucher und Magdeburger von dem Bauwerk waren, es gab bislang keine Möglichkeit, ein Andenken daran mit nach Hause zu nehmen. Das hat sich nun geändert. Denn der Förderverein hat ein Buch vorfinanziert, das kürzlich erschienen ist. Das vom früheren Magdeburger Dombaumeister Michael Sußmann geschriebene und vom Verlag Janos Stekovics herausgegebene Werk ist am Tresen im Dom erhältlich und beschreibt auf mehr als 180 Seiten die Geschichte, Bedeutung und Restaurierung des Lettners.

Auch der heilige Mauritius ist Bestandteil des Werkes

Neben Michael Sußmann haben die Restauratoren Claudia Böttcher und Thomas Groll einen Beitrag über die Arbeiten geschrieben. Ergänzt um zahlreiche Fotografien und auf hochwertigem Papier gedruckt, ist das Buch nicht nur ein schönes Mitbringsel, sondern auch für Magdeburger eine gute Möglichkeit, um sich der Geschichte des Wahrzeichens der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt zu nähern. Von einem „Juwel unter den Publikationen“ spricht Stephen Gerhard Stehli als Vorsitzender des Domfördervereines.

„So eine Arbeit entsteht nicht allein“, betont Autor Michael Sußmann, der trotz seiner Expertise rund um die Magdeburger Dombaugeschichte noch viel Neues im Lettner entdecken konnte. „Wenn man tiefer einsteigt, kommt man ein stückweit zu der Botschaft, die damit vermittelt werden soll“, sagt er. Der Zugang etwa erfolge über die linke Seite, so wie auch das Herz auf der linken Seite sitzt. Und welche Figur steht auf der linken Seite des Lettners? Der heilige Mauritius als Schutzpatron des Magdeburger Domes. Eine weitere Eckbetonung ist der heiligen Katharina gewidmet, ebenfalls Schutzpatronin des Magdeburger Domes. In den eingearbeiteten Wappen spiegeln sich die Beziehungen zu anderen Orten wieder – nach Brandenburg etwa oder nach Havelberg.

Das Buch ist gegliedert in Vorbemerkungen, Informationen zur Baugeschichte des Magdeburger Domes, Anmerkungen zur Bedeutung eines Lettners im Allgemeinen und schließlich vielen Informationen rund um die Heiligen, die in den Lettner eingearbeitet sind. Wie viele Gesichter sich in dem Bauwerk befinden, weiß wohl keiner besser als Fotograf Janos Stekovics. Er hat sie alle abgelichtet: mehr als 7000 seien es gewesen.

Aktuell steht Epitaph im Fokus der Bemühungen

Das Buch kostet 18,80 Euro. Das Geld soll genutzt werden, um den Druck des Buches zu refinanzieren, das zunächst in einer Auflage von 1500 Stück erschienen ist. Sollte das Interesse groß sein, könne auch noch einmal nachgedruckt werden. Wenn noch Geld übrig bleibt, soll es in neue Projekte fließen.

Aktuell engagiert sich der Domförderverein für die Rekonstruktion des Arnstedtschen Epitaphs am südlichen Seitenschiff. Es war im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombentreffer zerstört und notdürftig gesichert worden, seine Einzelteile, mehr als 300 Bruchstücke, wurden aufgesammelt und aufbewahrt.

Mit Hilfe moderner und traditioneller Technik soll diese letzte Kriegswunde am Magdeburger Dom nun geheilt werden. Dafür werden, wie auch für die Lettnersanierung, wieder Spenden gesammelt. Aktuell werden die Überbleibsel von der Wand im Dom demontiert. Allein für den ersten Abschnitt werden 40.000 Euro benötigt.