Sket Magdeburg

Ehemaliges Thälmann-Werk-Gelände in Magdeburg als Kulisse für Kunst und Kultur

Von Christina Bendigs
Graffiti-Künstler erinnern mit ihren Bildern an die Zeit des Sket.
Graffiti-Künstler erinnern mit ihren Bildern an die Zeit des Sket. Foto: Christina Bendigs

Magdeburg

„Hier haben mal 20?000?Menschen gearbeitet.“ Es ist dieser Satz, der immer wieder fällt, wenn vom einstigen Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann, kurz Sket, die Rede ist. Und auch Marco Reiß vom Rossini-Quartett ist dieser Gedanke unweigerlich gekommen, als er am 5. Mai 2021 zwischen den noch vorhandenen Gebäuden des Betriebs 13 seine Geige auspackte und mit seinen Musikerkollegen ein kleines Konzert spielte, während im Hintergrund Graffiti-Künstler Bilder entstehen ließen, die an die Geschichte des Geländes erinnern sollen.

Bilder sollen in sanierten Hallen präsentiert werden

Der Eigentümer der Flächen, Immobilienunternehmer Bernd Weiler, hatte gemeinsam mit Kulturmanager Matias Tosi das kulturelle Programm organisiert. Es sei eine Möglichkeit gewesen, coronakonform mal wieder etwas Kultur zu den Menschen zu bringen. Das Rossini-Quartett startete am Sket in eine kleine Konzert-Serie. Vom Sket ging es weiter in ein Seniorenheim und zu einem Unternehmer-Konzert. Es gebe sogar eine Verbindung zwischen Sket und Theater, berichtet Reiß: Die Poliklinik des Sket sei auch für die Mitarbeiter des Theaters zuständig gewesen. Begleitet wurde die Veranstaltung von Videokünstlern der Magdeburger Universität. Sie interviewten ehemalige Mitarbeiter des Sket ebenso wie jene, die jetzt auf dem Gelände arbeiten. Daraus soll der Film „Betrieb 13 – Willkommen zurück im Leben“ erstellt werden, kündigt Matias Tosi an.

So ziemlich jeder Magdeburger dürfte jemanden gekannt haben, der im Sket gearbeitet hat. Nach und nach soll das Gelände nun wieder Platz für Arbeitgeber und deren Mitarbeiter bieten. Nach und nach, immer dann, wenn sich ein neuer Mieter gefunden hat, werden Gebäudeteile saniert.

Die Bilder, für die Graffiti-Künstler beauftragt wurden, die für diese Arbeit auch Geld erhalten, sollen zunächst an den Gebäudefassaden bleiben und später in den sanierten Hallen einen Platz erhalten. Marco Reiß könnte sich auch gut vorstellen, dass dort Kunst und Kultur einziehen könnte. Die Gebäude könnten zu Loftateliers ausgebaut werden, überlegt er. Daran hätten sicher auch Künstler aus anderen Städten Interesse, vermutet Reiß.

Platz für die Love-Foundation

Einen Platz erhalten soll dort auf jeden Fall die Love-Foundation, eine Initiative aus Aktivisten und Künstlern, die Geld für Wasserprojekte sammeln. Auch dem Zirkusmuseum sei ein Bereich auf dem Gelände angeboten worden, berichtet Tosi. Für die Familie Weiler sei es eine Möglichkeit, drei „K“s an einem Ort zu vereinen: Kunst, Kultur und Kleinunternehmen.

Zwischen alten Werksmauern und Graffiti-Kunst spielte das Rossini-Quartett  ein kleines Konzert.
Zwischen alten Werksmauern und Graffiti-Kunst spielte das Rossini-Quartett ein kleines Konzert.
Foto: Mark Weiler