Magdeburg l Ab der kommenden Woche wird das Areal rund um den Adolf-Mittag-See im Magdeburger Stadtpark Rotehorn auf die Sanierung vorbereitet. Im Auftrag des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg wird das Gewässer auf Vordermann gebracht, nachdem das Gewässer maßgeblich bei der Überschwemmung 2013 verschlammt war.

Der ursprünglichen Zustand des Sees im Herzen des Magdeburger Rotehornparks soll wieder erreicht werden. Während der Sanierung können der Adolf-Mittag-See und der Uferbereich nicht von Erholungssuchenden und Wassersportlern genutzt werden.

Vier Millionen Euro Fördermittel

Zunächst wird die Baustelle eingerichtet und dafür unter anderem der Bauzaun aufgestellt und eine Baustellenzufahrt hergerichtet. Nach Abschluss der Vorbereitungen soll der Schlamm zwischen März und Oktober 2019 aus dem See geholt werden. Für dieses Vorhaben stehen rund vier Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Fördertopf zur Hochwasserschadenbeseitigung 2013 der Bundesregierung und des Landes Sachsen-Anhalt.

Zur Sicherung der Baustelle wird während der Arbeiten der Weg im östlichen Uferbereich zwischen Bootsverleih im Norden und Marieninsel im Süden abgesperrt, so dass das Gebiet durch Freizeitsportler und Spaziergänger vorübergehend nicht genutzt werden kann. Das bedeutet auch, dass der Bootsverleih in dieser Saison geschlossen bleibt. Bootsfahrten würden den Ablauf der Arbeiten maßgeblich behindern.

Schlamm kommt auf Deponie

Im Zuge der Arbeiten wird mittels Schwimmbagger der Schlamm aus dem Adolf-Mittag-See entnommen. Der Schlamm wird in Container geladen, wo das Wasser abfließen kann. Das entwässerte Material wird anschließend auf eine geeignete Deponie gebracht.

Das beliebte Gewässer im Stadtpark wurde zuletzt 2007/2008 entschlammt. Kostenpunkt damals: 1,7 Millionen Euro.

Fische verendeten

Momentan ist allerdings der Zustand vor der letzten Sanierung wieder erreicht, was sich negativ auf die gesamte Ökologie des Sees und auch auf die Wasserqualität auswirkt. Dies führte gerade in den warmen Sommermonaten der vergangenen Jahre immer wieder zu Problemen. Fische verendeten, und für Besucher hatten an manchen Tagen über einen unangenehmen Geruch des Gewässers geklagt.

Der Adolf-Mittag-See ist in den Jahren 1906 bis 1908 entstanden. Um ihn als Gewässer in dem beliebten Landschaftspark entstehen zu lassen, war die Taube Elbe aufgeweitet worden. Finanziert wurde das Vorhaben durch den Industriellen Adolf Mittag. Der Kostenpunkt damals: 50.000 Mark. An der Südseite des Sees befindet sich die nach der Ehefrau Mittags benannte Marieninsel mit dem Venustempel, die über zwei Brücken zu erreichen ist.

Diskussionen um See-Rettung

Um den Zustand des Gewässers zu verbessern, war in den vergangenen Jahren auch immer wieder diskutiert worden, ob die Taube Elbe helfen könnte: Wenn durch sie mehr frisches Wasser flösse, könnte sich die ökologische Qualität des Sees deutlich erhöhen. Allerdings waren die Überlegungen nicht weiterverfolgt worden.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Elbe immer weiter in das Flussbett eingegraben. Daher wäre ein ständiger Durchfluss mit einer Öffnung der Tauben Elbe kaum zu erreichen. Vielmehr müsste eigens ein Schöpfwerk dafür sorgen, dass genügend Elbwasser in den Durchfluss mit See im Rotehornpark gelangt.