Neubau

Es wächst bei den Gruson-Gewächshäusern in Magdeburg

Der Neubau von drei Schauhäusern der Gruson-Gewächshäuser in Magdeburg kommt voran. Wenn auch langsamer als geplant. Wiedereröffnung soll nun im Herbst 2021 sein.

Von Ivar Lüthe
Die Neubauten der Gruson-Gerwächshäuser gehen weiter voran – wenn auch langsamer als gedacht. Das Gros der Gewächshausbauten ist abgeschlossen, im Juli/August soll mit den Bepflanzungen in den neuen Schauhäusern begonnen werden können. Geplante Wiedereröffnung ist im Herbst 2021.
Die Neubauten der Gruson-Gerwächshäuser gehen weiter voran – wenn auch langsamer als gedacht. Das Gros der Gewächshausbauten ist abgeschlossen, im Juli/August soll mit den Bepflanzungen in den neuen Schauhäusern begonnen werden können. Geplante Wiedereröffnung ist im Herbst 2021. Foto: Ivar Lüthe

Magdeburg - Als Gärtner weiß man sich in Geduld zu üben. Das ist bei den Neubauten der Gruson-Gewächshäuser nicht anders. Auch hier geht der Bau der drei neuen Schauhäuser etwas langsamer voran, als gedacht. „Aber es geht voran“, sagt Ludwig Martins, der Leiter der Gruson-Gewächshäuser.

Eigentlich war zu Beginn der Arbeiten im April 2020 eine elfmonatige Bauzeit veranschlagt worden. Doch eine Reihe von Verzögerungen brachte letztlich den Zeitplan ins Wanken: der Glaslieferant für die neuen Schauhäuser musste gewechselt werden, der strenge Winter sorgte für einen Baustopp, Personalprobleme bei Firmen in der Pandemie und bei dann zeitlich überschneidenden Baustellen gab es zudem. „Wenn jetzt nichts mehr schief geht, dann können wir im Herbst 2021 wieder öffnen“, sagt Ludwig Martins.

2,6 Millionen Euro Fördergeld hat die Landeshauptstadt für die Neubauten der drei Gewächshäuser bekommen. Der Neubau war nötig, da die alten Häuser bereits in die Jahre gekommen waren. 250.000 Euro durch Verzögerung und Mehrarbeiten musste die Stadt nachschießen.

Saatgut aus Südafrika besorgt

Das Gros der Gewächshausbauten ist abgeschlossen. Einige Restarbeiten fehlen noch, die im Juli fertiggestellt werden sollen. Im Inneren der neuen Häuser – dem Farnhaus sowie dem ehemaligen Kakteenhaus und Wintergarten – gehen die Arbeiten und teils schon Vorbereitungen für die anstehenden Neubepflanzungen weiter. Die Besucher wird eine ganze Reihe von Neuerungen erwarten.

Im Farnhaus entsteht aktuell eine halboffene Grotte mit Kunstfelsen und Berieselung. Damit wird ein Stück Geschichte des Hauses wieder aufgenommen. Denn bis 1970 gab es schon einmal Grotten hier, weiß Ludwig Martins. Die Neubepflanzung des Farnhauses soll im Juli begonnen werden.

Aus dem ehemaligen Kakteenhaus zur Schönebecker Straße hin wird ein Schauhaus für Pflanzen aus den trockenen Subtropen. Unter anderem Kakteen aus Mexiko, Kalifornien oder den Anden werden hier einziehen. Ganz neu gezeigt wird eine Sammlung der einzigartigen Flora der Kap-Region Südafrikas. Dafür sind extra Pflanzen aus anderen botanischen Gärten sowie Saatgut von südafrikanischen Spezialgärtnereien besorgt und selbst gezogen worden, so Martins.

Mehr Platz für die Leidenschaft des Stifters

„Wir haben durch den Neubau mehr Platz für Sukkulenten. Das war die große Leidenschaft von Hermann Gruson. Jetzt können wir die Tradition neu beleben und verstärken“, freut sich Martins. Landschaftsbauer sind bereits dabei, die Vorbereitungen für künftige Wegeführungen und Felslandschaften im ehemaligen Kakteenhaus zu treffen.

Die ersten Neubepflanzungen haben begonnen: Aus dem bisherigen Mittelmeer- und Kanarenhaus wird jetzt ein Lorbeerwald. Gewächshaus-Chef Ludwig Martins begutachtet hier die neuen Pflanzen.
Die ersten Neubepflanzungen haben begonnen: Aus dem bisherigen Mittelmeer- und Kanarenhaus wird jetzt ein Lorbeerwald. Gewächshaus-Chef Ludwig Martins begutachtet hier die neuen Pflanzen.
Foto: Ivar Lüthe

Außerdem werden hier die Pflanzen einziehen, die bislang im sogenannten Mittelmeer- und Kanarenhaus zu finden waren. Das Schauhaus ist von den eigentlichen Neubauten zwar gar nicht betroffen, doch die Umstrukturierung wird jetzt genutzt. „Die Pflanzen hatten zu wenig direkte Sonne bekommen. Darum ziehen sie jetzt um“, sagt Ludwig Martins. An ihre Stellen tritt eine komplett neue Sammlung: Lorbeerwald-Pflanzen. Auch hierfür wurde der Großteil der Pflanzen neu besorgt.

Aus dem alten Wintergarten wird eine Heimat für Pflanzen aus dem Raum Mittelamerika und auch Madagaskar. Die reinen Bauarbeiten sollen im August abgeschlossen werden können. Dann beginnen die Neubepflanzungen.