Magdeburg l Wer kennt es nicht, man kommt am Abend nach Hause und will in der Nähe seiner Wohnung parken. Doch meistens ist also schon alles belegt. Während viele Autofahrer resignieren und sich einen anderen Parkplatz suchen, setzen andere Verkehrsteilnehmer auf andere Methoden.

Vor allem aus dem Stadtteil Stadtfeld Ost berichten Anwohner immer wieder von besonders dreisten Falschparkern. Die beliebteste Methode ist dabei das Eröffnen einer zweiten und dritten Reihe in Straßen oder Kreuzungsbereichen – dicht gefolgt vom Parken auf Fußwegen. Viele Anwohner beklagen vor allem, dass die Stadt nicht eingreife und nicht abgeschleppt werde, doch ist das wirklich so?

Kürzlich veröffentlichte Zahlen der Stadtverwaltung Magdeburg belegen, dass abgeschleppt wird. Aber nicht unbedingt dort, wo es erwartet wird. Insgesamt registrierte das Ordnungsamt der Stadt Magdeburg im Jahr 2019 88.803 Parkverstöße im ruhenden Verkehr. Das sind 1504 mehr als im Jahr 2018.

Spitzenreiter bei den Verstößen war das „Parken ohne Parkschein". Hier wurden insgesamt 36.739 Verstöße registriert. Falschparker auf Gehwegen wurden 10.280 mal und auf Radwegen 164 mal erwischt. Ebenso wurden Verstöße im absoluten Parkverbot (9180) und im eingeschränkten (14.995) geahndet. Doch wie oft wurde denn nun in Magdeburg abgeschleppt?

Mehr Schleppvorgänge in Magdeburg

Insgesamt registrierte die Stadtverwaltung 376 Abschleppvorgänge (2018: 293) im Magdeburger Stadtgebiet. „Die häufigsten Abschleppgründe waren dabei das Parken auf Behinderten- und Elektroparkplätzen sowie im Absoluten Haltverbot. In den Stadtteilen Altstadt, Stadtfeld Ost, Sudenburg, Neue Neustadt und Cracau wurde häufig abgeschleppt", heißt es aus dem Ordnungsamt.

Die Top 3 Stellen waren dabei übrigens die Straßen Breiter Weg (Lieferzone), Ernst-Reuter-Allee (Elektroparkplatz) und die Jakobstraße (Behindertenparkplatz während des Weihnachtsmarktes). Wer abgeschleppt wird, entscheidet übrigens das Ordnungsamt vor Ort. "Fahrzeuge werden abgeschleppt, wenn sie widerrechtlich auf einem Behindertenparkplatz, einem E-Parkplatz oder im Absoluten Haltverbot stehen. Oder wenn mobile Verkehrszeichen (Haltverbote) wegen z.B. Baustelle, Umzug, Baumarbeiten, ignoriert wurden", erläutert Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra.

Diese Abschleppaufträge würden an zwei Abschleppunternehmen in der Stadt verteilt. Das eine sei für den Süden und das andere für den Norden von Magdeburg zuständig.