Magdeburg l Drei, zwei, eins - los geht’s! Die Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr Rothensee starten durch. Rasch im Slalom um die Büchsen laufen, ein beherzter Sprung über die Decke (die einen kleinen Wassergraben darstellen soll), kurzer Halt am Hindernis, wo Knoten zu binden sind. Nächste Station: stabile Seitenlage und zum Schluss auf kleinen Kärtchen Geräte und Hilfsmittel richtig bestimmen.

Das sind die Herausforderungen, die an diesem Nachmittag auf den jüngsten Löschnachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr Rothensee warten. Während Kinderfeuerwehrchef Thomas Krüger am Startpunkt die Stationen erklärt und die Zeiten im Blick hat, warten an den einzelnen Punkten die Betreuer der Kinder. Vizechefin Birgit Timme kontrolliert die Umsetzung der stabilen Seitenlage: Kopf in die richtige Position, Arm anwinkeln, Bein beugen, drehen ... Schon ab 6 Jahren lernen die Kinder hier Grundlagen der Lebensrettung.

Übung für Ernstfall

Der Parcours, den die Betreuer auf dem Gelände an der Forsthausstraße aufgebaut haben, entspricht den Herausforderungen, die auch beim großen, stadtweiten Wettbewerb der Kinderfeuerwehren Magdeburgs am 12. Juni bewältigt werden müssen. Es ist quasi Übung für den Ernstfall. Bei der Premiere der Kinderfeuerwehrstafette im vorigen Jahr ging es erst mal nur darum, Wettbewerbsbedingungen kennenzulernen. Medaillen für jeden Teilnehmer gab es da, doch keine Platzierungen.

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Es war ein erster Probelauf, erläutert Sven Holste, Pressewart der Kinder- und Jugendfeuerwehren der Stadt. Alle waren Gewinner; dieses Mal wird es nur einen geben, und den Sieg wollen natürlich die Löschmäuse der Rothenseer Kinderwehr mit nach Hause nehmen. Dafür legen sie sich bei den Trainingseinheiten mächtig ins Zeug. „Wir wollen gewinnen“, rufen Mia, Leonie, Ricky, Damon und die anderen Kinder siegessicher. Dafür üben sie Knoten, stabile Seitenlage, Schläuche ausrollen und alles, was nötig ist.

Früher mit dem Roller

Seit 12 Jahren gibt es die Kinderwehr bei der Freiwilligen Feuerwehr Rothensee, die selbst in diesem Jahr ein großes Jubiläum feiert: 125 Jahre stehen in der Chronik der ehrenamtlichen Brandbekämpfer. Die Kinderwehr ist wie die Jugendwehr eine Erfolgsgeschichte, die sich hier mit einbettet. „Wenn man sieht, wie Steppkes, die damals noch mit dem Roller hergekommen sind, jetzt bei den Erwachsenen echte Einsätze fahren, macht das richtig stolz“, sagt Birgit Timme, die schon seit 20 Jahren mit dabei ist. Soll heißen: Nicht wenige der „Eigengewächse“ sind auch als Erwachsene noch aktiv – im Ehrenamt und manchmal sogar bei der Berufsfeuerwehr.

Das freut auch Pressewart Sven Holste. Sechs Kinderwehren gibt es heute in der Stadt Magdeburg. Die erste war die Olvenstedter, die 2006 gegründet wurde. Der Zuspruch ist in den meisten Wehren der Minis groß. „Das ist gut. Wir wollen und müssen den Feuerwehrnachwuchs stärken“, sagt Sven Holste.

Teamgeist schulen

Dafür tun auch die Helfer der Kinderwehr Rothensee alles. Steffi Brendemühl und ihr Mann Thomas, Chef Thomas Krüger und Stellvertreterin Birgit Timme opfern regelmäßig ihre Freizeit, um dem jüngsten Feuerwehrnachwuchs in Rothensee etwas zu bieten. „Wir wollen die Kinder auf spielerische Art und Weise an die Aufgaben der Feuerwehr heranführen. Teamgeist und Verantwortung schulen“, sagen Steffi Brendemühl und Birgit Timme. Dazu zählen die Brandschutzerziehung, Gerätekunde und eben auch Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Am Ende aber soll es den Kindern Spaß machen. Daher legen die Betreuer Wert auf ein abwechslungsreiches Programm, das immer für ein halbes Jahr geplant wird. Zweimal im Monat nachmittags gibt es die Treffen am Standort der Freiwilligen Wehr. Feuerwehrquiz, Osterbasteln, Ausflüge, Tag der offenen Tür zum 125. Feuerwehrgeburtstag am 20. Juli ...

Ach ja, und dann ist zuvor natürlich schon der 12. Juni dick angekreuzt: Kinderfeuerwehrstafette in Beyendorf-Sohlen. Die ein oder andere Übungsstunde steht dafür natürlich noch auf dem Plan. Denn das Ziel ist klar: gewinnen!