Magdeburg l Im Tiefflug kreist ein Hubschrauber der Polizei am Sonntag, 12. August 2018, über dem Salbker See, nur wenige Meter über der Wasseroberfläche dreht er seine Runden. Vom Ufer des Salbker See I beobachten Badegäste und die Beamten der Wasserschutzpolizei das Geschehen. Auch Harald Rohr, Vorsitzender des Magdeburger Anglervereins, steht am Ufer – mit besorgtem Blick.

Grund dafür ist das, was sich im See seit dem vergangenen Wochenende abspielt: Am Sonntagmorgen alarmieren Passanten wegen eines massiven Fischsterbens die Feuerwehr. Überall an der Wasseroberfläche treiben die toten Jungfische, dazwischen noch einige lebende. „Gestern war alles noch in Ordnung“, berichtet eine Passantin.

Ursache könnte die Witterung sein

Auch Harald Rohr bestätigt das und nennt einen möglichen Grund für das Fischsterben: „Vermutlich hat der plötzliche Temperaturwechsel von kalt auf warm für einen akuten Sauerstoffmangel in dem stehenden Gewässer gesorgt.“ Auch der niedrige Wasserstand tue sein Übriges.

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Von Sonnabend auf Sonntag sei der Wasserstand um mindestens 20 Zentimeter gefallen. Davon zeugen die feuchten Ränder des Sees. Betroffen sei derzeit nur der Westteil des Sees. Per Hubschrauber haben sich die Polizeibeamten von oben einen Überblick verschafft. „In Abstimmung mit den anderen Behörden wurde der See dann an den Anglerverein übergeben“, sagt Polizeisprecher Marco Kopitz.

Kein legaler Badesee

Er weist noch mal ausdrücklich darauf hin, dass es sich im Fall des Salbker Sees um keinen legalen Badesee handelt. Da dort ohnehin Badeverbot herrscht, muss in diese Richtung auch erstmal nichts unternommen werden. Ob tatsächlich die Witterung der Grund für das Fischsterben war, wird die Auswertung der Untersuchungen zeigen. Mitarbeiter der zuständigen Ämter seien gestern bereits vor Ort gewesen, eine öffentliche Information gibt es am Sonntag nicht mehr.

Der aktuelle Plan des Magdeburger Anglervereins: Die Jungfische die überlebt haben, werden in den benachbarten Salbker See II übergesiedelt. „Dieser ist tiefer und hat eine bessere Sauerstoffkonzentration“, sagt Harald Rohr. Die Mitglieder seines Vereins sind gestern vor Ort, um mit anzupacken. Die Kadaver werden aus dem Wasser geholt und entsorgt. Wie hoch der Schaden für den Anglerverein ausfallen wird, weiß Harald Rohr noch nicht. „Jedoch wird das nicht gerade wenig, denn jeder Fisch ist ein Verlust für sich selbst“, macht Harald Rohr deutlich.