Magdeburg l Die Keniakoalition möchte 300.000 Euro für die Planungen der Neuen Synagoge bereitstellen. Allerdings ist geplant, dass dieses Geld nicht ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt wird. Nach Volksstimme-Informationen stehen dabei zwei wesentliche Forderungen im Raum, zu deren Erfüllung sich die Nutzer der künftigen Synagoge notariell bekennen sollen.

Zum einen soll demnach ein Eigenanteil eingebracht werden. Das ist schon seit Jahren klar. Daher sammelt die Synagogengemeinde zu Magdeburg Spenden, und auch der Förderverein für eine Neue Synagoge trägt Mittel für eine entsprechende Investition zum Beispiel dank der gemeinsam mit Musikern und mehreren Einrichtungen in der Stadt organisierten Benefizkonzerte zusammen.

Synagoge soll allen Juden offenstehen

Zum anderen aber soll das Haus allen Juden des Landes offenstehen. Daran hatte es bis zuletzt noch gehakt. Denn nach der Trennung der Gemeinde in Magdeburg in die Synagogengemeinde zu Magdeburg und in die kleinere Jüdische Gemeinde war von einer gemeinsamen Stätte lange keine Rede. Zwar hatte Wadim Laiter, Vorsitzender der Synagogengemeinde, mehrfach betont, dass das Haus allen Juden offen stehen solle. Doch Igor Tokar von der Jüdischen Gemeinde hatte dem entgegengehalten, dass der vorliegende Entwurf der Synagogengemeinde eben nicht den Anforderungen der liberalen Juden entspreche. Hier möchte die Koalition offenbar eine Einigung erreichen.

CDU-Landtagsabgeordneter Tobias Krull meint: „Mit der Einstellung der Planungsmittel hat die Koalition ein wichtiges Zeichen gesetzt. Gerade als Mitglied des entsprechenden Fördervereins bin ich froh darüber, dass nun die Aussagen des Koalitionsvertrages diesbezüglich auch finanziell untersetzt sind.“ Es müssten nun weitere Schritte gemeinsam mit allen Beteiligten getan werden. Ziel sei die Fertigstellung der Synagoge zum Ende der Wahlperiode. Das ist im Jahr 2021.

Nach der Planung folgt weitere Förderung

Grünen-Stadtrat Sören Herbst, der sich auch seit vielen Jahren für einen Synagogenneubau engagiert, ist ebenfalls optimistisch und sagt: „Wir sind jetzt ein großes Stück weitergekommen.“ Einig sind sich die beiden Politiker, dass das Land nach einer erfolgreichen Planung weitere Gelder zur Verfügung stellen wird. Sören Herbst sagt: „Eine wichtige Grundlage ist, dass die Stadt das Grundstück in der Julius-Bremer-Straße zur Verfügung stellt.“ Mit dem ersten Landeszuschuss könne eine seriöse Planung fortgeführt werden. Im Zweifelsfall müssten neue Aspekte berücksichtigt werden.

Igor Tokar von der Jüdischen Gemeinde meinte gegenüber der Volksstimme: „Wir möchten, dass beide Gemeinden dort ein Zuhause finden.“ Eine erste Annäherung habe es bereits gegeben.

Landtagsbeschluss fehlt noch

Wadim Laiter von der Synagogengemeinde sagt indes: „Ich bin Realist und glaube nur das, was ich Schwarz auf Weiß sehe.“ Sprich: Noch liegt weder der für diese Woche geplante Landtagsbeschluss noch ein Schreiben des Landes vor. Er sagt: „Bedauerlich ist nicht zuletzt, dass alles recht lange dauert. So müssen wir Geld in das alte Gemeindezentrum stecken, das viel besser in den Synagogenneubau fließen sollte.“ Er sieht den Zuschuss für die Planung als einen sehr kleinen Schritt in die richtige Richtung. Er befürchtet aber auch, dass jetzt die bereits erbrachten und bezahlten Planungsleistungen wieder infrage gestellt werden.

Im Jahr 1938 hatten Magdeburger die damalige Synagoge unweit des neuen Standorts zerstört.