Magdeburg l Die Herbstmesse in Magdeburg werde bis einschließlich 25. Oktober 2020 geöffnet bleiben, erklärte der Veranstalter gegenüber der Volksstimme. Vor gut zwei Wochen eröffnet und zunächst bis 18. Oktober geplant, wollen die Schausteller nun noch eine Extrarunde drehen. So bleiben die Buden und Karussells auch in den Herbstferien geöffnet.

Die Hoffnung der Schausteller ist groß, auf diese Weise noch ein bisschen mehr Geld einzunehmen. Nur Wettergott Petrus könnte ihnen da einen Strich durch die Rechnung machen. Zum Vergleich: Am zweiten Wochenende nach Eröffnung des Freizeitparks seien bei strahlendem Sonnenschein mehr als 3000 Gäste auf den Messeplatz geströmt. Vergangenen Sonnabend wegen des stundenlangen Regens nicht einmal 200. Dennoch sei man froh, dass man überhaupt öffnen kann.

Erstmals seit Ende des Weihnachtsmarktes 2019 klingelt es wieder in den Kassen der Schausteller in Magdeburg. Nicht so laut wie sonst. Aber man habe jetzt wieder Luft zum Atmen und sei froh über jede Einnahme, die nun möglich ist, berichtet Karl Welte (71). Welte ist der Vorsitzende des Vereins „Selbständiger Gewerbetreibender Markt- & Messereisender“ (VSG) und damit Organisator des Spektakels. „Wir Schausteller brauchen jetzt jeden Cent“, sagt er.

Hoffnung auf Erlass der Miete für Messeplatz

Glücklich wäre der Verein auch, wenn ihm die Miete für den Messeplatz in diesem Jahr erlassen werden würde. Immerhin liegt die Jahresmiete bei 42.000 Euro. Ein großer Brocken, der ohne Einnahmen kaum zu stemmen ist. Im Sommer hatten der Verein und die Stadt zumindest eine Stundung der Miete für April bis Dezember vereinbart. Die ersten drei Monate des Jahres seien bezahlt.

Jetzt gebe es Gespräche, die auch Hoffnung auf den Erlass des Restbetrages machen, so Welte. Sein Verein ist Pächter des Max-Wille-Platzes. Die Schausteller bringen die Pacht über die Bewirtschaftung des Platzes unter anderem bei der Frühjahrs- und Herbstmesse sowie durch Vermietungen an Dritte auf. In diesem Jahr gab es seit Pandemiebeginn mit Ausnahme des Autokinos so gut wie keine Einnahmen. Die Frühjahrsmesse war ausgefallen.

Kosten verursachen in diesem Jahr auch das zusätzliche Sicherheitspersonal (etwa 22.000 Euro) und die Hygienemaßnahmen wie Desinfektionsspender (etwa 5000 Euro).

Etwa 60 Geschäfte, davon 20 Karussells, haben in diesem Jahr auf dem Messeplatz geöffnet. Das seien etwa 15 Prozent weniger als sonst. Allerdings habe man nicht an der Vielfalt eingespart, sondern nur an der Anzahl der Fahrgeschäfte und Buden. Die Messe hat seit 1010 Jahren Tradition in Magdeburg.

In diesem Jahr öffnet die Messe nicht täglich, sondern bisher lediglich donnerstags (15 bis 21 Uhr), freitags (15 bis 22 Uhr), sonnabends (14 bis 22 Uhr) und sonntags (14 bis 21 Uhr). Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Vereins.