Magdeburg l Auch in diesem Jahr legte Magdeburgs größte Fahrraddemo traditionell den Verkehr in der Innenstadt und auf den Magdeburger Ring für einige Zeit lahm. Laut Polizei waren 500 Radfahrer am Sonntag auf der Straße unterwegs. Autofahrer mussten etwas Geduld mitbringen. Denn der ganze Tross war streckenweise mehrere Kilometer lang. Die Teilnehmer der Demo sind insgesamt 20 Kilometer durch die Stadt geradelt. Ein Höhepunkt: Die Fahrt über den Magdeburger Ring.

Handlungsbedarf im Straßenverkehr

Organisiert wurde die Fahrraddemonstration auch in diesem Jahr vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und der Bürgerinitiative Magdeburger Radkultur. Die Initiatoren sehen in Magdeburg eine Reihe von Aufgaben, die noch zu erledigen sind. Norman Dreimann, Vorsitzender des Magdeburger ADFC, sagt: „Die Stadt nimmt sich jedes Jahr viel vor. Schlussendlich werde aber viel zu wenig umgesetzt.“ Ein Grund, warum es bisweilen nicht schneller vorangeht, sei aus seiner Sicht fehlendes Personal.

„Einfach sicher Fahrrad fahren!“ lautete in diesem Jahr das Motto der Fahrraddemo. Handlungsbedarf im Straßenverkehr gebe es ausreichend. So fehle beispielsweise in der Großen Diesdorfer Straße und in der Rogätzer Straße eine Verkehrsführung für Radfahrer. „Eine gute Infrastruktur kann Unfälle verhindern und Radfahrer schützen“, so Benjamin Gehne von der Magdeburger Radkultur.

 In puncto Sicherheit und Führung der Radfahrer im Straßenverkehr insbesondere bei Baustellen, bestehe ein erheblicher Verbesserungsbedarf. Gefährlich für Radfahrer werde es häufig auch an Magdeburgs großen Kreuzungen. So sei besonders auch die Wegeführung wie am Platz des 17. Juni, Hasselbach- oder Universitätsplatz für Radfahrer unzureichend.

Sichere Radwege für Kinder gefordert

Thorsten Giefers vom Magdeburger Familienhaus machte sich am Sonntag vor allem für die jüngsten Radfahrer stark. „Wir wollen, dass sich Kinder sicher und selbstständig mit dem Fahrrad in unserer Stadt bewegen können“, so Giefers während der Kundgebung am Domplatz, wo sich die Radler zur Fahrrademo trafen. So sei das Problem der Elterntaxis vor Schulen und Kitas auch hausgemacht, weil es einfach an sicheren und ausgebauten Radwegen fehle.

Derzeitig werden von der Landeshauptstadt in etwa 510 Kilometer Radverkehrsinfrastruktur unterhalten.