Magdeburg l Hammerschläge dröhnen durchs Stadionrund. Kreissägen schrillen. Ein brummender Schwerlastkran hebt eine tonnenschwer Metallstütze an. Der FCM bleibt - wenn man so will - in diesen Tagen nicht nur sportlich, sondern auch praktisch eine Baustelle. Die Statik der Nordtribüne wird weiter hüpftauglich ausgebaut - und man liegt dabei auf gutem Weg.

Heinz Ulrich, Chef des stadteigenen Kommunalen Gebäudemanagements KGM, hat seit rund drei Jahren den Hut für den Stadionumbau auf und zeigt sich zufrieden. „Wir liegen weiter im Zeitplan – und voraussichtlich auch bei den Kosten im Plan.“

Rund elf Millionen Euro steckt die Stadt in den Ausbau des erst 13 Jahre alten Betonkastens, von denen die statische Ertüchtigung der Nordtribüne den Löwenanteil verschlingt. Denn neben der Modernisierung der Pressetribüne und dem noch geplanten zusätzlichen Parkplatz am Gübser Weg gilt die als hüpfsicherer Ausbau bekannte Stadion- ertüchtigung als größte Herausforderung. Drei Jahre nach dem Auftauchen der statischen Probleme ist deren endgültige Lösung in Sichtweite: „Anfang Februar werden wir am Stadion fertig sein. Dann kann die Nordtribüne wieder vollständig und uneingeschränkt genutzt werden“, ist sich Heinz Ulrich sicher.

Komplexe Aufgabe für Statiker

Das war nicht unbedingt so abzusehen. Schließlich musste erst eine Technologie entwickelt werden, wie die eigentlich nur für Sitzplatzfans berechnete Statik der Nordtribüne für mitunter hüpfende Stehplatzbesucher sicher ertüchtigt werden kann. „Das war eine sehr komplexe Aufgabe, die Statiker, Planer und auch die Baubetriebe nun fast gemeistert haben“, freut sich Ulrich.

Nach vielen Beratungen und Berechnungen wurde ein Verfahren entwickelt, das die statischen Probleme behebt. Unter der Nordtribüne wurden sieben tonnenschwere Metallträger auf zusätzlichen Betonpfeilern montiert. Sie halbieren die Spannweite von sechs Metern zwischen den bisherigen Stützen und geben der Tribüne die notwendige Stabilität, die für einen Stehplatzbereich mit Tausenden Fans notwendig ist.

Zeitplan und Kosten sollen eingehalten werden

Dass dieses Verfahren funktioniert, wurde beim letzten Heimspiel gegen Hansa Rostock bewiesen. „Wir haben zwar noch nicht alle Werte im Detail ausgewertet vorliegen. Wir können aber sagen, dass die verstärkte Tribüne den Belastungen von Stehplatzfans standhalten wird“, so Ulrich nach der Teilfreigabe der Nordtribüne.

Die Stadt als Eigentümer geht nun davon aus, dass der Bauablauf im letzten Abschnitt im Zeitrahmen bleibt und Ende Januar abgeschlossen werden kann. Die Nordtribüne wäre dann inklusive der neuen Stehplatzbereiche in der Nordostkurve wieder vollständig und uneingeschränkt nutzbar. Mit rund 10 000 Stehplätzen haben hier zudem fast doppelt so viele Fans Platz wie vor dem Umbau.

Dreierbündnis meistert die Statikkrise

Damit geht im Februar 2020 eine Phase zu Ende, mit der weder der FCM als Hauptnutzer des Stadions noch die Fans und schon gar nicht die Stadt als Eigentümer des vergleichsweise jungen Stadions jemals gerechnet hatten.

Alle drei aber haben die Statikkrise letztlich gemeistert. Der Fußballklub als Mieter mit weitgehendem Verständnis. Die Fans verhinderten mit der Einhaltung des Hüpfverbotes eine Sperrung der Arena. Und die Stadträte, die mit ihrer durchaus streitbaren Elf-Millionen-Euro-Investition für die relativ neue Arena die Statik im Stadion hüpftauglich ausbauen ließen.

Und so werden noch bis Ende Januar 2020 donnernde Hammerschläge und schrillende Kreissägen außerhalb der Spieltage durchs Stadionrund dröhnen, bis diese Baustelle dann endlich beendet ist. Ob das dann auch für den sportlichen Bereich gilt, bleibt abzuwarten.