Verkehr

Gefahrenstelle am Gübser Weg im Osten von Magdeburg

Anwohner und Stadträte fordern Beruhigung für die Gefahrenquelle am Knotenpunkt von Gübser Weg und Friedrich-Ebert-Straße im Osten von Magdeburg. Die Verwaltung äußert Bedenken.

Von Konstantin Kraft
Für den Knotenpunkt von Gübser Weg und Friedrich-Ebert-Straße im Osten von Magdeburg wird eine Verkehrsberuhigung gefordert.
Für den Knotenpunkt von Gübser Weg und Friedrich-Ebert-Straße im Osten von Magdeburg wird eine Verkehrsberuhigung gefordert. Foto: Konstantin Kraft

Magdeburg - Zu den Stoßzeiten ist für Verkehrsteilnehmer am Knotenpunkt von Gübser Weg und Friedrich-Ebert-Straße reichlich Geduld gefragt. Wer vom Gübser Weg in die viel befahrene Friedrich-Ebert-Straße abbiegen will, muss mitunter längere Zeit auf eine geeignete Lücke im Verkehr warten. Von links und rechts rollen die Fahrzeugkolonnen schließlich entlang einer der Hauptverkehrsadern durch den Magdeburger Osten. Die Rechts- und Linksabbieger aus dem Gübser Weg, die gleichzeitig auf eine Chance zum Abbiegen warten, versperren einander selbst die Sicht.

Brenzlig kann es an dem Abzweig zwischen der Getec- und MDCC-Arena zudem für Fußgänger und Radfahrer werden, die entlang des beliebten Kanonenbahnwegs unterwegs sind. Um die Straße gefahrlos überqueren zu können, müssen sie den Verkehr aus sämtlichen Richtungen abpassen. Dabei hilft wenig, dass vor Ort verschiedene Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten, die wahlweise zum Beschleunigen oder Bremsen zwingen.

Aktuelle Verkehrszählung fehlt

Anwohner beklagen die mangelnde Sicherheit beim Überqueren der Straße. Vertreter der GWA Ostelbien hatten sich deshalb zuletzt für eine Beruhigung der angespannten Verkehrssituation stark gemacht, die Volksstimme berichtete. Auch im Stadtrat ist das Problem bereits präsent. Die CDU-Ratsfraktion hatte zur Lösung einen Fußgängerüberweg auf Höhe der Kanonenbahn ins Spiel gebracht. In einem Änderungsantrag ließ die SPD-Fraktion den Bau eines kleinen Kreisverkehrs oder einer Ampel, die an der betroffenen Stelle alle Zu- und Abfahrten inklusive der Fuß- und Radwege regelt, überprüfen.

All die genannten Alternativen stoßen bei der Stadtverwaltung auf Ablehnung. Demnach könne weder die Errichtung einer Querungshilfe, eines Fußgängerüberweges noch eines Kreisverkehres empfohlen werden. „Des Weiteren wird aufgrund der relativ geringen Verkehrsbelegung die Installation einer Lichtsignalanlage gegenwärtig ebenfalls nicht empfohlen“, heißt es in einer jüngst veröffentlichten Stellungnahme.

Der Reihe nach: Aufgrund der Pandemielage fehle es an aktuellen Verkehrszählungen zur Zahl der Fußgänger und Kraftfahrzeuge in dem Kreuzungsbereich. Das ist aber eine wichtige Voraussetzung. Konsequenz: „Aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde ist an dieser Stelle kein Fußgängerüberweg genehmigungsfähig. Dieser würde hier diagonal über die Straße verlaufen und mitten in der Kreuzung liegen“, wird als Hinderungsgrund aufgeführt. Eine Querungshilfe in der Flucht des Radwegs wäre ebenfalls nicht möglich.

Davon unabhängig würden bei größeren Veranstaltungen in den Stadien „polizeiliche Maßnahmen zur Lenkung der Verkehrsströme angewendet werden“. Damit einher gingen dann auch Sperrungen von Straßenabschnitten zugunsten „gesicherter Querungsstellen für Fußgängerströme“.

Sicherheit der Bürger im Fokus

Gegen einen Kreisverkehr spreche die ungleiche Verteilung der Haupt- und Nebenverkehrsströme. Alle Richtungen müssten ungefähr gleich gewichtet sein. Der Gübser Weg falle hier deutlich ab. Hinzu kommt, dass ein Kreisverkehr nach Einschätzung der Stadtverwaltung letztlich auch keine Verbesserung der Querverbindung für Fußgänger und Radfahrer bedeuten würde. „Es ist für uns nicht akzeptabel, gar nichts machen zu wollen“, sagt GWA-Sprecher Jörg Vierhaus auf Volksstimme-Nachfrage. Die GWA will den neuen Baubeigeordneten Jörg Rehbaum zu einem Vor-Ort-Gespräch einladen. Ein Termin mit dem ehemaligen Dezernatsleiter musste Ende 2020 coronabedingt ausfallen.

CDU-Stadtrat Manuel Rupsch bekräftigt unterdessen die Forderung seiner Fraktion. „Wir werden weiter für die Errichtung eines Fußgängerüberwegs auf Höhe der Kanonenbahn kämpfen“, sagt er der Volksstimme. Vor allem für Kinder könnten dadurch die Gefahren an dem Übergang minimiert werden, ist er überzeugt. Zudem sieht er Synergieeffekte für eine Beruhigung des Kfz-Verkehrs. An der Stellungnahme der Verwaltung kritisiert der CDU-Rat das Fehlen einer Verkehrszählung. „Die Sicherheit der Bürger muss höchste Priorität haben“, so Rupsch. Der Stadtrat soll im Juni einen Beschluss fassen.