Breitbandausbau

Glasfasernetz wächst weiter: Highspeed-Trasse durch den Osten von Magdeburg

Ein weiteres Teilstück im Glasfaserring durch den Magdeburger Osten ist in Betrieb. Nun soll die Vermarktung der Hausanschlüsse für die knapp 2000 Adressen beginnen.

Von Konstantin Kraft
Sandra Yvonne Stieger und Andreas Riedel beim symbolischen Glasfaser-Knopfdruck. Foto: Konstantin Kraft

Magdeburg. Mit einem symbolischen Knopfdruck haben am Montag Andreas Riedel, Geschäftsführer der MDDSL Mitteldeutsche Gesellschaft für Kommunikation mbH, und Sandra Yvonne Stieger, Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit der Stadt Magdeburg, das Doppeldorf Randau-Calenberge an das Glasfasernetz angeschlossen.

17,7 Kilometer lange Trasse

Die MDDSL hat damit ein weiteres Etappenziel beim Ausbau ihres Glasfaserringes von Ostelbien über Pechau und Randau-Calenberge bis nach Elbenau (Stadt Schönebeck) erreichen können. Nachdem zunächst per Horizontalspülbohrung Leerrohre in den Orten verlegt worden waren, sind danach wortwörtlich mit Hochdruck die Glasfaserleitungen bis zu den Verteilern geschossen worden. Ein letztes Teilstück der insgesamt 17,7 Kilometer langen Highspeed-Trasse steht noch aus.

Zwischen der Berliner Chaussee und der Breitscheidstraße fehlt der Lückenschluss an das Bestandsnetz der MDDSL. All dies dient als Vorarbeit für den direkten Anschluss der Häuser an das Glasfasernetz. Mit diesem Ausbau soll im Frühjahr 2022 begonnen werden. Vorausgesetzt, es finden sich genügend Anwohner, die einen solchen Anschluss wünschen.

Quote von mindestens 30 Prozent

„Die Umstellung von Kupfer auf Glas geht ohne Unterbrechung“, sagt Andreas Riedel. Es müsse auch niemand Angst um seinen Vorgarten haben, dieser werde nicht angetastet. Der Glasfaserausbau zu den Häusern passiert unterirdisch. Im Mai will die MDDSL mit der Vermarktung der Hausanschlüsse beginnen. Sofern es die Corona-Lage zulasse, sind Bürgerveranstaltungen avisiert. Darüber hinaus tourt ein Infomobil durch den Magdeburger Osten. „Dem Signal folgend“ soll das Gefährt zuerst in Ostelbien haltmachen.

Ob dort der Glasfaserausbau zu einer der circa 1950 Adressen im Einzugsgebiet startet, ist offen. Das hängt davon ab, wie bald die nötige Ausbauquote von mindestens 30 Prozent erreicht ist. Je mehr Anwohner sich für Glasfaser entscheiden, desto günstiger soll der Anschluss für alle werden. Das Quoten-Modell definiert einen Rahmen zwischen 400 und 1000 Euro, den die Hauseigentümer für den Glasfaseranschluss zuschießen müssten.

Städtischer Haushalt nicht belastet

Riedel geht davon aus, dass die nötigen Quoten erreicht werden. Schon jetzt sei ein reges Interesse feststellbar, obwohl die Vermarktung noch gar nicht richtig begonnen habe. Für Glasfaser sprechen nicht nur die deutlich höheren Bandbreiten bis zu einem Gigabit pro Sekunde, sondern zudem eine höhere Stabilität im Vergleich zum Kupferkabel.

„In der aktuellen Entwicklung sehen wir, wie wichtig es ist, einen schnellen Internetanschluss zu haben“, sagt Sandra Yvonne Stieger. Homeoffice und Homeschooling lassen grüßen. „Wenn ich jetzt einen Schritt verpasse, bin ich beim nächsten gleich zwei hinterher“, wirbt die Beigeordnete für den Glasfaseranschluss.

Die Digitalisierung werde noch weiter voranschreiten. Umso wichtiger sei es, dass Unternehmen in den flächendeckenden Ausbau investieren. Bislang hat die MDDSL rund 1,85 Millionen Euro in ihren Glasfaserring gesteckt. Der städtische Haushalt blieb dabei unbelastet.