Magdeburg l Besonders dreiste Graffitisprayer haben den Turm der Pauluskirche in Magdeburg-Stadtfeld heimgesucht. In gut 65 Meter Höhe wurde das Wort "Sexgott" auf eine Seite der Kirchturmspitze gesprüht. Möglich wurde dies, weil derzeit ein Gerüst zur Sanierung der Fassade angebracht ist.

Der Vorfall wurde der Magdeburger Polizei am 3. April 2019 zur Anzeige gebracht. Beamte stiegen am Vormittag über das Baugerüst an den Ort des Geschehens, um das Graffito zu vermessen. 6,40 Meter Breite und gut 1,60 Meter Höhe wurden vermerkt.

Nicht zur nächsten Tat ermutigen

Unklar ist noch, ob die Schmiererei sofort entfernt wird oder erst, wenn das Gerüst abgebaut wird, um den oder die Täter nicht zu neuerlichen Verschmutzungen zu motivieren. Das soll auf der nächsten Bauberatung entschieden werden, hieß es vor Ort.

Reinhard Simon, Pfarrer der Paulusgemeinde, sagte auf Volksstimme-Nachfrage: "Wir wollen sicher dafür sorgen, dass es so schnell wie möglich wieder abkommt." Dies müsse zunächst aber mit der Architektin beredet werden.

Viele Graffiti in Magdeburg-Stadtfeld

Zum Graffito an sich sagt er: "Der ganze Stadtteil ist sich mittlerweile einig, über den Unsinn der hier überall passiert. Viele Häuser sind betroffen und ich glaube, die Stimmung ist demgegenüber nicht mehr tolerant." Dennoch wäre sein Ansatz, mit den Sprayern ins Gespräch zu kommen, um den Grund für ihr Handeln zu hinterfragen, so Pfarrer Simon.

An der Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Pauluskirche in der Stadtfelder Goethestraße laufen derzeit Sanierungs- und Sicherungsarbeiten an der Fassade. Unter anderem gehört dazu auch die Erneuerung der Maßwerke des Turmes. 1,2 Millionen Euro werden investiert – die Finanzierung wurde zum großen Teil mit Geld aus dem Städtebauförderprogramm ermöglicht. Bis Ende 2019 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Mit 2400 Mitgliedern ist die Paulusgemeinde die größte in Magdeburg.