Magdeburg l Im Bereich des Magdeburger Stadtteils Buckau wird eine neue Grundschule benötigt. Mit einer Tischvorlage hat die Verwaltung die Stadträte, die in Ausschüssen sich zum Thema bereits eine Meinung gebildet hatten, jetzt mit neuen Fakten konfrontiert.

Demnach steht ein vom Schulausschuss einstimmig favorisiertes Grundstück westlich der Karl-Schmidt-Straße derzeit nicht mehr zur Verfügung. Es gebe einen Interessenten für die gesamte Fläche. Die Gespräche mit der Stadt Magdeburg sind daher ausgesetzt – und falls sie denn irgendwann weitergeführt werden sollten, ist völlig offen, was das Ergebnis wäre.

Magdeburg will Schanzenweg

Die Verwaltung wirbt daher jetzt nochmals für ein Alternativgrundstück am Schanzenweg. Es handelt sich um die Tennisplätze des Fermersleber Sportvereins, die für den Schulneubau weichen müssten. Die übrigen Sportanlagen könnten für den Schulsport mitgenutzt werden. Das kommt der Stadtverwaltung deshalb sehr gelegen, da sich auf diesem Wege Fläche sowie der Bau eines eigenen Sportplatzes und einer Turnhalle sparen lassen. Es geht um eine Summe von 2,5 Millionen Euro.

Dass der Schulausschuss den anderen Standort westlich der Karl-Schmidt-Straße favorisiert hat, hat auch seine Gründe. So wäre dieser Standort für den nördlichen Bereich Buckaus besser zu erreichen. Zudem befände sich dieser Standort nicht am vielbefahrenen Schanzenweg, der im Bereich des verwaltungsseitig favorisierten Schulstandorts auch noch an einer Doppelkurve liegt. Entsprechend sah Schulausschussvorsitzender Bernd Heynemann (CDU) während der Sitzung des Gremiums am Dienstag keine Veranlassung, den eine Sitzung zuvor gefassten Beschluss infrage zu stellen. „Unser Votum gilt“, sagte er während der Sitzung.

Kleingärten und Sicherheit sind Thema

Bedenken dazu gibt es auch aus der Kleingartenanlage „Fort I“, die schon einmal selbst als Schulstandort im Gespräch war. In einem Brief verweist der Vorstand auf die schwierige Verkehrssituation und schreibt u. a.: „Lediglich ein vorhandener ,Trampelpfad‘, auf dem sich Lichtanlagen befinden, grenzt direkt an unserere Kleingartenanlage. Dieser ist 55 Zentimeter breit. Sollte dieser zu einem vernünftigen Geh- und Schulweg ausgebaut werden, so ist dies wiederum mit einem Teilflächenverlust von Kleingärten verbunden.“

Mögliche Schul-Standorte für Magdeburg-Buckau und Fermersleben

Auch Jürgen Canehl (Bündnis 90/Die Grünen) kritisiert die schwierigen Verkehrsverhältnisse. Er verwies unter anderem auch auf die Hettstedter Straße, in der es Lkw-Verkehr und keine Fußwege gibt, und dass am Schanzenweg gar kein Platz für die Autos von Eltern ist, die ihre Kinder zur Schule bringen.

Alternative auf anderer Straßenseite?

Stattdessen bringt er einen weiteren Standort ins Spiel: „Der Eigentümer der Fläche östlich der Karl-Schmidt-Straße ist bereit, das Gelände zu verkaufen. Zudem könnte die Stadt Unterlagen für die Altlastenbelastung auf dem Gelände bekommen“, so der Grünenpolitiker.

Eine Alternative sieht die Verwaltung in diesem Vorschlag allerdings nicht: Nicht nur, dass kein Angebot vorliegt. Zudem müssten die zunächst bestehenden Beschlüsse zurückgenommen werden. Außerdem möchte man den Vorwurf, den Verkehr nicht im Blick zu haben, nicht im Raum stehen lassen. Bildungsbeigeordneter Matthias Puhle während der Sitzung des Schulausschusses: „Für die Verkehrssicherheit müsste an beiden Standorten etwas getan werden.“ Die Busstation könnte direkt vor den Eingang einer möglichen Schule verlegt werden. Und anstelle von in einem Plan eingezeichneten Querungshilfen sei durchaus auch eine Ampelanlage denkbar. Puhle: „Die Sicherheit der Kinder steht für uns natürlich an oberster Stelle.“

Verwaltung verspricht, Ampel zu prüfen

Als weiteres Argument für den Schanzenweg werden in der Information aus der Verwaltung übrigens die Schülerzahlen genannt. Die hatten bisher immer die Verfechter des Standorts Karl-Schmidt-Straße ins Feld geführt.

Laut Verwaltung sei aber nicht berücksichtigt worden, dass künftig mehr Platz an der Grundschule Hegelstraße bestehe, da die dortige Gemeinschaftsschule auszieht. Dann wäre hier auch Platz für Kinder aus dem nördlichen Buckau. Und für Kinder aus Fermersleben sei der Schanzenweg allemal leichter zu erreichen.

Frage der fehlenden Zeit

Mit ihren Argumenten konnte die Verwaltung zumindest den Finanzausschuss überzeugen: Dieser votierte mehrheitlich gegen den Schulausschuss und für den Vorschlag der Verwaltung. Christian Hausmann (SPD), der noch im Schulausschuss gegen den Schanzenweg argumentiert hatte, verwies auf die neue Situation. Daher müsse jetzt an der Idee des Schanzenwegs gearbeitet werden. Immer neue Ideen zu Standorten „aus dem Hut zu zaubern“, bringe nur eine Zeitverzögerung mit sich, die mit Blick auf die steigenden Schülerzahlen nicht vertretbar sei. Um die Verkehrssituation am Schanzenweg zu entschärfen, sollte der Haupteingang der Schule im nordöstlichen Bereich der Schule eingerichtet werden.

Das letzte Wort hat der Stadtrat. Er tagt am 13. Juni 2019.