Ökumenische Höfe

Grundstein für ein neues Kloster in der Altstadt Magdeburgs

In den Ökumenischen Höfen in Magdeburg wird eine neue Heimat für die Prämonstratenser gebaut. Am 6. Juni 2021 wurde der Grundstein gelegt.

Von Martin Rieß
Bischof Gerhard Feige segnet den Grundstein für das neue Prämonstratenserkloster in Magdeburg.
Bischof Gerhard Feige segnet den Grundstein für das neue Prämonstratenserkloster in Magdeburg. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - In der St.-Petri-Kirche ist gestern das Hochfest des heiligen Norbert gefeiert worden. Und mehr noch: Im Anschluss fand ein paar Meter weiter am Alten Fischerufer die Grundsteinlegung für das neue Prämonstratenserkloster für sechs bis acht Mönche im Rahmen eines Segnungsgottesdienstes statt.

Der Termin ist voller Symbolik. Denn die Grundsteinlegung fällt mit dem 6. Juni 2021 nicht allein auf den Gedenktag für Norbert von Xanten, sondern auch ins Jahr des 900-jährigen Bestehens des von ihm gegründeten Prämonstratenserordens. Der heilige Norbert war einige Jahre nach der Ordensgründung Erzbischof von Magdeburg geworden – wo der charismatische Ordensgründer allerdings nicht ohne Konflikte mit der Magdeburger Bürgerschaft das Erzbistum anführte.

Raum für den Nachwuchs

Zu den vier in Magdeburg lebenden Prämonstratensern gehört Pater Clemens O.Praem. Er sagt: „Wir freuen uns über diesen besonderen Tag. Mit dem neuen kleinen Kloster werden wir auch Raum haben, Nachwuchs aufzunehmen.“

In der Kapsel im Grundstein werden unter anderem eine Urkunde, eine Broschüre über den Orden, eine Magdeburger Volksstimme und Münzen – darunter eine aktuelle Zwei-Euro-Münze vom Magdeburger Dom – für die Nachwelt hinterlegt.

Herausforderung beim Bau

Am Bau sind nicht zuletzt Magdeburger Firmen beteiligt. Namen wie Geistlinger und Toepel sind auf den Bauschildern zu lesen. Unter diesen einheimischen Firmen sind auch Trompeter-Münster Architekten & Ingenieure, die in Magdeburg unter anderem mit der Sanierung von Kitas und dem Moritzhof Akzente gesetzt haben. Christian Münster sagt: „Wir kommen gut voran. Zum Glück hat uns in den vergangenen Wochen das Wetter keinen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Hubertus Trompeter sagt: „Der Bau eines solchen Gebäudes ist etwas Besonderes.“ Etwas Besonderes nicht allein wegen der besonderen Lage. Vielmehr auch, dass beim Bau in einer solch historischen Umgebung ein Neubau auch immer eine Komponente des Ungewissen mit sich bringt.

Im Falle des Klosters war der Fund eines romanischen Raums die größte Herausforderung. Von den Archäologen war nur gefordert worden, den Raum zu dokumentieren. Hubertus Trompeter meinte: „In Köln findet man bei jedem Spatenstich Spuren der Römer. In Magdeburg aber sind die historischen Spuren wegen der vielfachen Zerstörung der Stadt wertvoller.“ Deshalb haben sich die Bauherren entschieden, den Raum zu erhalten.

Spender sind weiter gefragt

Das bedeutet beispielsweise planerischen Mehraufwand. Die Folge sind steigende Kosten. Allein das romanische Zimmer dürfte rund 650.000 Euro kosten. Und statt der ursprünglich erhofften 1,5 Millionen Euro steht schon jetzt fest, dass die Prämonstratenser bei einem Baupreis von mehr als drei Millionen Euro ankommen werden. Zu stemmen ist dies für sie nur dank der vielfältigen Unterstützung durch das Bistum Magdeburg, Sponsoren, Spender, Fördermittelgeber und einen Förderverein. Nach wie vor müssen Spenden gesammelt werden.

Im Anschluss an die Grundsteinlegung sagte Pater Clemens O.Praem gegenüber der Volksstimme: „Wir würden uns natürlich freuen, wenn wir genau in einem Jahr die Fertigstellung des Gebäudes feiern können.“ Nach dem guten Fortschritt der vergangenen Wochen sei die Erfüllung dieses Wunschs durchaus realistisch.

Übrigens: Noch vorher wird an anderer Stelle der heilige Norbert in Kürze gewürdigt: Am 8. September 2021 wird im Kulturhistorischen Museum die Sonderausstellung mit „Bibel und Spaten“ eröffnet.