Magdeburg l Bislang liefen die Arbeiten für die neuen Gewächshäuser bei Gruson gut. Das neue Farnhaus rechts vom Haupteingang steht bereits als Stahlkonstruktion. Schon Mitte Oktober 2020 sollte damit begonnen werden, die Glasscheiben des Gewächshauses einzusetzen. Doch aus dem Plan wurde nichts. Es kam zu Problemen mit dem Glaslieferanten, der die Scheiben liefern sollte, sagt Gewächshaus-Leiter Ludwig Martins.

Mittlerweile sei ein neuer Glaslieferant gefunden worden. Doch der Zeitverzug ist nun da. „Es herrschte nahezu drei Wochen Stillstand“, sagt Ludwig Martins. Und es wird noch etwas Zeit brauchen, bis die Glasbauarbeiten beginnen können. Neuer Plan ist nun: In der Woche ab dem 23. November 2020 sollen die Scheiben eingesetzt werden. In der Zwischenzeit werden noch kleinere Arbeiten erledigt, doch so richtig voran geht es erst mal nicht.

Gerüst soll noch dieses Jahr stehen

Auch auf der gegenüberliegenden Seite zur Schönebecker Straße hin sind die Arbeiten für das neue Kakteenhaus sowie den neuen Wintergarten ins Stocken geraten. Hier sollte bereits mit dem Aufbau der Stahlkonstruktion begonnen werden. Doch hier sei Corona dazwischengekommen, sagt der Gewächshausleiter. Auf der Baustelle vor Ort dreht sich im Moment nichts. Allerdings würden in der Gerüstbaufirma die Gewächshausteile vorgefertigt und dann später an Ort und Stelle zusammengesetzt. „Der Plan ist, dass die Stahlkonstruktionen noch in diesem Jahr stehen sollen“, so Ludwig Martins.

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Durch den Zeitverzug auf der Baustelle ist nun auch der geplante Wiedereröffnungstermin März 2021 geplatzt. „Der Termin ist jetzt definitiv nicht mehr zu halten. Es wäre schön gewesen, die neuen Gewächshäuser zum 200. Geburtstag von Hermann Gruson zu eröffnen, aber das wird nun nichts mehr “, sagt der Gewächshausleiter. Unternehmer Gruson besaß die größte Kakteensammlung Europas. Mit seinem Tod stiftete er seine umfangreiche Pflanzensammlung samt größerem Geldbetrag der Stadt Magdeburg. 1896 wurden hiervon die Grusonschen Gewächshäuser errichtet.

Die Neubauten sollen nun im zweiten Quartal 2021 eröffnet werden, heißt es. 2,6 Millionen Euro Fördergeld hat die Landeshauptstadt für die Neubauten der drei Gewächshäuser bekommen. Der Neubau war nötig, da die alten Häuser bereits in die Jahre gekommen waren.

Während der Bauarbeiten waren mehrere große Pflanzen im Farnhaus sowie im Kakteenhaus stehen geblieben. Zum Schutz waren sie in Holzkästen „eingehaust“ worden. Da die Arbeiten nun ins Stocken geraten sind und die kalte Jahreszeit direkt vor der Tür steht, wurden die Kästen für die großen Kakteen und Farne nun nochmals verstärkt und dichter gemacht. Mobile Heizgeräte sollen in der Frostperiode dafür sorgen, dass die Pflanzen die Zeit überstehen, sagt Ludwig Martins. Andere Pflanzen sind in den Anzucht- und anderen Gewächshäusern untergekommen, bis sie später in die neuen Häuser umziehen werden.