Der „Hassel“-Manager soll ...

- gemeinsame Aktivitäten der Gastronomieszene bündeln und organisieren,

- neue Ideen und Konzepte entwickeln, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing übernehmen sowie Ansprechpartner für Gastronomie, Gewerbe und Anwohner für Probleme sein,

- eine Schnittstelle zur Verwaltung sowie zur Polizei sein und ein Netzwerk aufbauen,

- die Finanzierung von Veranstaltungen aus Fördermitteln oder Sponsoring ausloten, heißt es in den Vorschlägen.

Magdeburg l Schlägereien und zuletzt sogar Schüsse und große Polizeieinsätze – das Image von Magdeburgs Kneipenmeile hat arg gelitten. Mit einem Nachtmanager wollte der Stadtrat bestehende Probleme angehen und dem Hasselbachplatz wieder einen besseren Ruf verleihen. Die Stadtverwaltung hat nun einen neuen Vorschlag eingebracht. Aus dem Nachtmanager soll ein Hasselbachplatzmanager werden. Denn der Aufgabenbereich des Managers soll sich deutlich über die Nachtzeit hinaus erstrecken.

Der Hasselbachplatz leide derzeit „unter anderem auch unter einer permanenten negativen Medienberichterstattung, wodurch das Ansehen als beliebte ,Kneipenmeile‘ deutlich angekratzt ist“, meint die Stadtverwaltung. Neben verstärkten Kontrollen und behördlicher Präsenz müsse das Image nachhaltig verbessert werden. Erreicht werden könnte dies mit regelmäßigen Veranstaltungen sowie Werbe- und Marketingmaßnahmen.

Manager soll bei ProM angesiedelt werden

Hier soll der Hasselbachplatzmanager den Gastronomen und Gewerbetreibenden des Kneipenviertels unter die Arme greifen. Er soll nicht in der Stadtverwaltung angestellt sein. Denn seine primäre Aufgabe sei nicht die Unterstützung der Ordnungsbehörde, sondern die Verbesserung der öffentlichen Präsentation des Platzes. Daher soll der Manager beim Stadtmarketingverein „Pro Magdeburg“ angesiedelt werden. Der Manager könne die Erfahrungen und Kompetenzen von Pro M nutzen.

Das sieht auch Stadtmanager und Pro M-Geschäftsführer Georg Bandarau so: „Wir können Türen öffnen, moderieren und unterstützen. Aber es muss eine Person gefunden werden, die das dann federführend mit der Stadt und allen Beteiligten am Hasselbachplatz gemeinsam entwickelt und weiterführt.“

Geplant ist, dass der Hasselbachplatzmanager im Haus der Romanik am Domplatz ein Büro bekommt. Die Stelle über eine Wochenarbeitszeit von 30 Stunden ist bis Ende 2022 befristet. Danach soll das Projekt ausgewertet und dann im Stadtrat entschieden werden, ob es weitergeführt wird. Die Kosten von 35 000 Euro für 2019 beziehungsweise folgend 55 000 Euro pro Jahr für Gehalt und Sachkosten, aus denen auch Marketing- und Werbemaßnahmen finanziert werden sollen, muss die Stadt allein tragen. Eine zunächst ins Auge gefasste Finanzierung aus Fördermitteln kommt laut Verwaltung nicht infrage.

Stadtrat soll im Oktober entscheiden

Der Stadtrat soll am 17. Oktober 2019 über den Vorschlag entscheiden. Stimmt er zu, soll Pro M das Auswahlverfahren in Gang setzen. Daran sollen sowohl Vertreter der Verwaltung als auch der Gastronomie und des Gewerbes am Hasselbachplatz beteiligt werden.

Für Julia Mantwill von der IG Hassel ist der Hasselbachplatzmanager „ein guter Anfang“. Allerdings reiche es in ihren Augen nicht aus, nur auf Veranstaltungen und Marketing abzustellen. Sie hätte sich eher ein Stadtteilentwicklungsmanagement gewünscht, das auch den Strukturwandel, der sich vollzieht, berücksichtigt.