Magdeburg l Ist ein Fahrradfahrer am frühen Morgen des 26. Januar 2020 am Sudenburger Bahnhof in Magdeburg haarscharf an einem Unglück vorbeigeschrammt? Diese Frage kann auch nach dem Einsatz von Bundespolizei und Beamten aus Magdeburg noch nicht endgültig beantwortet werden.

Fakt ist, dass die Lokführerin des Nachtzuges Zürich-Berlin gegen 5.43 Uhr in Höhe des Bahnübergangs eine Notbremsung vollzog, nachdem sie ein Hindernis wahrgenommen hatte. Die Polizisten konnten an der Lok Kratzer feststellen und fanden auch zersplitterte Plastikteile vermutlich von einer Fahrradlampe. Einen Hinweis, dass eine Person vor Ort war, gab es hingegen nicht. Man habe im Dunkeln, aber auch später im Hellen noch einmal das gesamte Umfeld gründlich abgesucht und nichts finden können, erklärte die Sprecherin der Bundespolizei Chris Kurpiers der Volksstimme.

Schwerer Unfall im Vorjahr

Auch bei nachfolgenden Zügen gab es Verspätungen, die sich auf insgesamt rund 160 Minuten summierten. Die betroffene Lokführerin konnte laut Kurpiers ihren Dienst nicht fortsetzen und wurde von einem anderen Mitarbeiter abgelöst.

Erst im März 2019 hatte es an dem Sudenburger Bahnübergang einen schweren Unfall gegeben. Eine junge Frau hatte mit ihrem Fahrrad trotz geschlossener Schranke den Übergang überquert und war von einem IC erfasst worden. Sie überlebte schwer verletzt. Die Ersthelferinnen Brunhild Iser und Tochter Lisa-Marie waren später für ihren couragierten Einsatz im Rahmen der großen Volksstimme-Leseraktion Magdeburger des Jahres 2019 geehrt worden.

Chris Kurpiers warnte am Sonntag erneut davor, Bahnübergange bei geschlossenen Schranken zu überqueren. Das sei schlicht lebensgefährlich. „Solche Züge nahen sehr schnell und leise", betonte sie.