Magdeburg l Hochhäuser in zentraler Lage sind wieder in Mode, findet unser Leser Tino Franzen. Mit Interesse hat der Magdeburger über das Neubauprojekt Luisen-Carré an der Erzbergerstraße in der Altstadt gelesen. Kernstück ist die Lange Luise, mit 63 Metern wird es ein echtes Hochhaus – ähnlich hoch wie der Campustower (60 Meter), das Hochhaus Jakobstraße (65 Meter) oder der Albinmüllerturm im Stadtpark (60 Meter).

120 Meter wären möglich

Doch wenn schon ein Hochhausneubau – warum dann eigentlich nicht noch höher bauen, fragt sich unser Leser. „80 bis 120 Meter sind geradezu prädestiniert für diese (Mega-)Lage“, findet Franzen. Natürlich müssten sich Neubauten wirtschaftlich rechnen, aber der Trend gehe zu „zentral, hoch und hochwertig“, meint er.

Ein Hochhaus - höher als der Dom mit seinen über 100 Metern? Bisher war das in Magdeburg undenkbar. „Wir wollten die Lange Luise tatsächlich höher bauen als die jetzt festgesetzten 63 Meter“, räumt Matthias Altrichter, Leiter des Wohnungsmarktes Mitte bei der MWG, ein. Das sei auch Thema in den Gesprächen mit der Stadt gewesen. Letztlich habe man sich aber auf die Höhe von 63 Metern und 20 Etagen geeinigt.

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Nicht höher als der Dom

An der Dom-Marke von 104 Metern hätte aber auch die MWG nicht gekratzt. Der Dom als Wahrzeichen setze einfach eine Obergrenze. „Er überragt alles im Stadtbild. Vielleicht ändert sich das später einmal. Im Moment ist es aber so“, hält Matthias Altrichter fest.

Er sagt auch: Neue Hochhäuser müssen ins Umfeld passen. „Wenn da nur ein langer Strohhalm irgendwo rausguckt, wirkt das auch nicht.“ So füge sich die Lange Luise letztlich doch gut ins Umfeld der nördlichen Altstadt und das geplante Luisen-Carré ein. Das Hochhaus bilde künftig eine gemeinsame Achse mit dem Campustower am Uniplatz und dem Katharinenturm im Breiten Weg. „Und“, so betont Altrichter, „von der Langen Luise oben sieht man wirklich alles“, macht der MWG-Mitarbeiter schon Lust aufs neue Panoramabild, das sich aus den oberen Etagen ergeben wird.

Dom überragt alles – noch

An der Spitze der Langen Luise wird eine Penthousewohnung gebaut – 146 Quadratmeter groß mit Dachterrasse. Die Aussicht hat freilich ihren Preis. Im Moment kalkuliert die Genossenschaft dafür mit einer Kaltmiete ab 14 Euro je Quadratmeter. Weiter unten in der Luise wird es etwas preiswerter. Ab 8,50 Euro kalt soll es den Quadratmeter zum Wohnen geben – Stand heute. Dafür können alle Etagen barrierefrei genutzt werden. Für die 135 neuen Wohnungen gibt es schon reichlich Interessenten. Matthias Altrichter betont jedoch, man wolle ein Haus für alle Generationen und achte bei der Vermietung darauf, dass Hausgemeinschaften entstehen, die auch gut zueinander passen. Die MWG plant im Komplex u. a. auch betreutes Wohnen, für das es einen hohen Bedarf gibt.

Doch zurück zur Bauhöhe für die Lange Luise: Nicht nur der Dom ist ein Grund, doch etwas „tiefer zu stapeln“. Höher zu bauen als jetzt avisiert, sei schlicht eine Kostenfrage. Mit der Höhe steigen die Anforderungen an die Statik, Versorgungsleitungen, an den Brandschutz, den Bauuntergrund etc. Das treibt die Kosten in die Höhe. Schon jetzt liegen die Baukosten für das Gesamtprojekt bei mindestens 35 Millionen Euro. Mitte 2021 sollen die ersten Mieter einziehen können.