Zoo Magdeburg

Hoffnung auf doppelten Nashorn-Nachwuchs

Der Zoo hofft auf zweifachen Nachwuchs bei den Nashörnern. Nach "Maleika" könnte nun auch "Kumi" schwanger sein.

Von Rainer Schweingel

Magdeburg l Mitte März 2019 machte Zoochef Kai Perret die frohe Botschaft öffentlich. Nashorndame „Maleika“ erwartet zum dritten Mal Nachwuchs. Voraussichtlich im Mai 2019 soll es so weit sein. Was er aber nicht sagte: Auch die zweite Dickhäuterdame „Kumi“ könnte Mutterfreuden entgegenblicken. „Wir haben einen Verdacht. Aber bestätigt ist noch nichts“, sagte Kai Perret. Klarheit soll die Untersuchung des Nashornkots bringen. Daraus könne man eine Schwangerschaft ableiten, so Perret.

Sollte sich die süße Vermutung bestätigen, könnten nach jeweils 15 Monaten Tragzeit kurz nacheinander zwei putzige Nashörnchen bestaunt werden. Klar ist bisher nur: Vater kann in beiden Fällen nur „Madiba“ sein. Der Bulle gilt als äußerst potent und verfügt zudem noch über eine andere Besonderheit. Kai Perret: „Er verfügt über sehr gutes genetisches Material. Deshalb ist er für die Zucht besonders wertvoll.“ Jede gelungene Nachzucht ist für die Erhaltung der besonders bedrohten Spitzmaulnashorn-Population äußerst wichtig. In den europäischen Zoos leben nur etwa 100 Tiere. Weltweit in der freien Wildbahn sind es gerade noch 5000.

Den Tieren sieht man eine mögliche Trächtigkeit übrigens nur selten an. „Nur mit dem geübten Auge kann man vielleicht am Ende der Schwangerschaft erkennen, dass Nachwuchs kommt“, so Perret. Außerdem verhalten sich Nashörner in der Schwangerschaft nicht anders als sonst. Das rühre aus der freien Wildbahn her. Würden sich dort Tiere zurückziehen oder ruhiger werden, legten Artgenossen und Feinde dies sofort als Schwäche aus.Perret und seine Mitarbeiter hoffen nun mindestens bei „Maleika“ auf ein gutes Gelingen. In den vergangenen Wochen hatte „Maleika“ mit Darmproblemen zu kämpfen, die aber auskuriert sind, so Perret.

Übrigens: Der Magdeburger Zoo ist in der Nashornzucht sehr erfolgreich. Es gab bisher neun Geburten, acht davon erfolgreich. 1979 wurde hier das erste Spitzmaulnashorn der DDR geboren. Nachzuchten leben unter anderem in den Zoos von Berlin und Chester und haben sich dort selbst schon wiederholt fortgepflanzt.

Spitzmaulnashorn-Zuchtbulle „Madiba“ kam 1995 aus Südafrika in die Magdeburger Nashornzucht. Auch „Kumi“, für die der Schwangerschaftsverdacht besteht, kam eigens für Mutterschaftspläne 2018 aus dem Zoo Berlin nach Magdeburg.

In den nächsten Tagen soll es die Aufklärung geben, ob doppelte Mutterfreuden bei den Nashörnern anstehen.