Magdeburg l „Wir sind doch kein Reparaturbetrieb!“, ärgert sich Uwe Gellner, Kurator des Magdeburger Kunstmuseums, zu dessen Sammlung auch das Werk von Maurizio Nannucci an der Hubbrücke zählt. Mit den Schriftzügen „Von so weit her bis hier hin“ und „Von hier aus noch viel weiter“ ist es in den Abend- und Nachtstunden mit den blauen und roten Lettern ein leuchtender Blickfang an der Hubbrücke.

Doch die Buchstaben aus dem empfindlichen und sehr teuren, besonders farbintensiven Muranoglas, das nur in Venedig hergestellt wird, werden immer wieder von Unbekannten zerschlagen. In den vergangenen Tagen wurden wieder einige Buchstaben zerstört.

Lichtinstallation ausgeschaltet

Leuchtröhren wurden demoliert und Kabel aus der Verankerung gerissen. Nur ein Teil der Schriftzüge war noch zu sehen. Deshalb wurde das Werk nun komplett ausgeschaltet.

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Bis es wieder leuchten kann, wird es noch einige Zeit dauern. Denn die Reparatur ist aufwendig. Außerdem sind die Ersatzteilvorräte nahezu aufgebraucht, so dass erst wieder Glas nachbestellt werden muss. Die Fertigung dauert Wochen, und das Budget des Kunstmuseums ist begrenzt.

Mutwillig teures Glas zerstört

Haustechniker Roland Killinger ist ebenfalls verärgert. Die Buchstaben sind bereits besonders gesichert worden. Es sei also davon auszugehen, dass Unbekannte tatsächlich mutwillig mit Stöcken das Glas zerschlugen.

Die Demontage ist nun sehr aufwendig. Dafür muss ein Kran bestellt werden, den das Kunstmuseum selbst nicht hat. Drei Mitarbeiter sind notwendig, um die Teile abzumontieren. Um die defekten Buchstaben zu reparieren, sind sie etwa zwei bis drei Tage im Einsatz.

Ersatzteile müssen bestellt werden

Einige Ersatzteile gibt es noch, so dass zumindest ein Schriftzug auf einer Seite erneuert werden kann. „Vielleicht schaffen wir es in der nächsten Woche“, sagt Killinger. Für den zweiten Schriftzug müssen die Ersatzteile erst bestellt werden. Und so lange wird der Schriftzug wohl auch ausgeschaltet bleiben.

Ärgerlich sei, dass die Randalierer nicht nur dem Kunstmuseum mit seinem begrenzten Budget schaden, das dann für andere Projekte fehlt, sondern auch der Allgemeinheit. Denn das Museum wird mit öffentlichem Geld finanziert und unterhalten.

Bessere Sicherung kaum möglich

Die Buchstaben noch besser zu sichern, sei kaum möglich. „Mehr kann man eigentlich nicht machen“, sagt Killinger. Eine Ummantelung mit Plexiglas würde nicht verhindern, dass die Kabel aus den Röhren herausgezogen würden, sagt Killinger. Außerdem würde das auch nicht der Idee des Künstlers entsprechen.

Maurizio Nannucci wurde 1939 in Florenz geboren. Er ist ein italienischer Konzept- und Lichtkünstler und arbeitet überwiegend mit Neoninstallationen und gestaltet Kunst im öffentlichen Raum.

Kunstwerk 2008 eingeweiht

Das Kunstwerk wurde im Jahr 2008 eingeweiht und erfreut sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung.