Magdeburg l Wer vor dem Magdeburger Hundertwasserhaus steht, der fragt sich sicherlich hin und wieder, wieso das Haus den Namen „Grüne Zitadelle“ trägt. Denn von unten betrachtet, ist das Haus großflächig pink.

Ab Oktober 2017 können Magdeburger und ihre Gäste der Namensgebung auf den Grund gehen und die grüne Seite des Hauses entdecken. Der Künstlerische Leiter, Matias Tosi, will Terrassenführungen anbieten. Die geben ganz spezielle Einblicke und Ausblicke auf die Stadt.

Ausblick auf Skyline von Magdeburg

Das Angebot wird im Oktober gestartet und die Teilnehmer zunächst durch das Innere des Hauses auf unterschiedliche begrünte Außenterrassen führen. Die Besucher erhalten nicht nur spannende Ausblicke auf die Skyline von Magdeburg mit Dom, Kloster und Breitem Weg, sondern auch das Haus selbst zeigt sich vielseitig und wandelbar. Denn der gleiche Ort wirkt von einer Terrasse in vier Metern Höhe komplett anders als aus der Bodenperspektive oder gar aus zehn Metern Höhe. Und das möchte Tosi den Magdeburgern und den Besuchern der Stadt nicht vorenthalten.

Bilder

Unterwegs werden die Stadtführer des Hundertwasserhauses viel Wissenswertes über die Bepflanzung der Grünen Zitadelle erzählen, unter anderem werden sie auch anschaulich erläutern, wie die Bewässerung funktioniert, ohne dass Wasserschäden am Gebäude entstehen.

Täglich Führungen durchs Haus

Die Führungen sollen täglich um 15 Uhr stattfinden und dauern etwa 30 bis 40 Minuten. An den Wochenenden werden sie um 10, 15 und 18 Uhr angeboten.

Ziel ist, die Einnahmen in die Kunst und Kultur der Stadt Magdeburg zu investieren. Genau genommen will Tosi Künstler unterstützen, indem ihnen zum Beispiel ein Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt wird. Der Magdeburger Bildhauer und Maler Thomas Andree wird der Erste sein, der davon profitiert. Er wird ab Dezember im Hundertwasserhaus ausstellen.

Einnahmen kommen der Kultur zugute

Matias Tosi ist es wichtig, dass die Einnahmen nicht für die eigenen wirtschaftlichen Interessen des Hauses genutzt werden, sondern ein kleiner, regelmäßiger Etat wächst, der für kulturelle Angebote zur Verfügung steht.

Nach und nach sollen die Terrassenführungen ausgebaut werden. Auf den Hängen am Haus sollen Treppen und Geländer angebracht werden, damit die Führungen künftig einzig über die Terrassen und Hänge verlaufen können und Teilnehmer nicht mehr durch das Innere des Gebäudes laufen müssen. Doch bis es so weit ist, wird noch etwas Wasser die Elbe hinunterfließen.

Kooperation mit Händlern

Matias Tosi, der die ersten Führungen wahrscheinlich selbst geben wird, kooperiert dabei mit den Händlern des Hauses. Auch mit den Bewohnern habe er bereits gesprochen. Außerdem wurden Terrassen ausgewählt, auf denen eine Besuchergruppe nur wenig stört und dennoch viel sieht. Die Teilnahme kostet sechs Euro – Begrüßungssektchen inklusive, damit sich die Teilnehmer besser auf die Natur einlassen können.

Die Führungen wurden anlässlich des Geburtstages des Hundertwasserhauses entwickelt. Der steht Anfang Oktober an und auch dafür laufen bereits die Vorbereitungen. „Wir werden das Haus zum Fliegen bringen“, kündigt Matias Tosi an. Überdimensionale Luftballons sollen am Haus angebracht werden.

Buchungen unter Telefon 0391/59 75 59 40, per E-Mail an greenskylines@gruene-zitadelle.de. Teilnahmebeitrag: sechs Euro, Kinder unter zehn Jahren vier Euro.