Coronavirus

Immer mehr lassen Impftermin in Magdeburg sausen

Angesichts freier Impftermine hat Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die Pandemie sei noch nicht beendet.

Von Ivar Lüthe
Einige Termine für Erstimpfungen im Impfzentrum Magdeburg sind zuletzt  frei geblieben. Auch Zweittermine werden teils nicht wahrgenommen, ohne vorher abzusagen.
Einige Termine für Erstimpfungen im Impfzentrum Magdeburg sind zuletzt frei geblieben. Auch Zweittermine werden teils nicht wahrgenommen, ohne vorher abzusagen. Foto: Martzin Rieß

Magdeburg - Angesichts freier Termine für Erstimpfungen im Impfzentrum hat Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) am Donnerstag, 24. Juni 2021, dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Ein Nachlassen in den Bemühungen könnte verheerende Folgen haben. Die Pandemie sei noch lange nicht beendet. Für den heutigen Freitag, 25. Juni 2021, standen am späten Donnerstagnachmittag noch zahlreiche freie Termine für Erstimpfungen zur Verfügung.

„Natürlich freue ich mich wie alle anderen über die stabilen niedrigen Fallzahlen und Inzidenzen. Aber noch sind bei weitem nicht genügend Menschen gegen das Coronavirus geimpft, als dass wir aufatmen und auf umsichtiges Verhalten verzichten könnten“, so Trümper in seinem veröffentlichten Aufruf.

Mit Stand 22. Juni 021 seien erst knapp über 30 Prozent aller Magdeburger vollständig geimpft. Das sei zu wenig, so Trümper. „Wenn wir keine vierte Krankheitswelle im Herbst erleben wollen, müssen viel mehr Menschen geimpft sein. Nur dann können wir dauerhaft die jetzigen Lockerungen beibehalten und weitere Schritte auf dem Weg zur Normalität gehen.“

Bis zu acht Prozent kommen nicht zum Zweittermin

Der Magdeburger Impfstab weist zudem darauf hin, dass es unumgänglich sei, bei Zweifachimpfungen auch den zweiten Impftermin wahrzunehmen. Stabsleiterin Simone Borris: „Niemand sollte sich in der Sicherheit wiegen, dass bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca eine Impfung ausreicht. Erst nach der zweiten Impfung ist ein ausreichender Schutz gegeben, im Zweifel vor einem schweren Krankheitsverlauf.“

Im Impfzentrum würde es immer wieder vorkommen, dass Erstgeimpfte ohne Absage ihren Zweittermin verstreichen lassen. Bis zu acht Prozent pro Zweitimpftag würden nicht zum vereinbarten Termin kommen, so Borris auf Nachfrage. Bei einem Impftag mit rund 1000 Impfungen sind das immerhin 80 Personen. Auch andere Impfzentren berichten mittlerweile von steigenden Zahlen nicht wahrgenommener Zweitimpftermine. In Halle sei es beispielsweise ebenso der Fall.

Über die Gründe des unabgesagten Nichterscheinens könne nur spekuliert werden. Möglich sei, dass die Zweitimpfung beim Hausarzt erfolgt, Urlaub der Grund sei oder auf eine Zweitimpfung verzichtet werde, so die Impfstableiterin. Das Nichterscheinen ohne Absage bedeute jedoch eine große logistische Herausforderung in den Impfzentren, die den Impfstoff extra zurückbehalten haben. Zudem habe dies Auswirkungen auf Planung und Einsatz des Personals.

Deshalb bittet das Impfzentrum: Sollte eine Zweitimpfung in einer Haus- oder Facharztpraxis erfolgen, muss der bestehende Termin im Impfzentrum abgesagt werden. Das geht am schnellsten per E-Mail an impfzentrum@stadt.magdeburg.de.

Verbände empfehlen: beide Impfungen am gleichen Ort

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt sind bislang noch keine vermehrten Rückmeldungen aus den Praxen eingegangen, dass Erstgeimpfte ihren Zweitimpftermin nicht wahrnehmen. „Vereinzelt haben wir von ambulant tätigen Ärzten gehört, dass es sich bemerkbar macht, wenn terminlose Angebote in Impfzentren anstehen - durch kurzfristige Absage des lange fest vereinbarten Termins oder durch Nichterscheinen zur Impfung“, so eine KV-Sprecherin auf Nachfrage.

Die KV empfehle generell, dass Personen, die die erste Impfung im Impfzentrum oder in der Arztpraxis erhalten, auch den zweiten Termin dort wahrnehmen. Denn der organisatorische Aufwand hinter jedem einzelnen Impftermin sei nicht zu unterschätzen. Wie Praxen mit Zweitimpf-Anfragen von Erstgeimpften aus Impfzentren umgehen, könnten sie aber eigenverantwortlich entscheiden.

Auch der Hausärzteverband Sachsen-Anhalt empfiehlt, „dass die Zweitimpfung dort erfolgen soll, wo auch die Erstimpfung stattgefunden hat“, so Vorsitzender Stefan Andrusch auf Nachfrage.