Magdeburg l 2018 wirkten die in den 1930er Jahren erbauten Gebäude zwischen Heinrichsberger Straße und Windmühlenstraße in Magdeburg wie eine Geistersiedlung. Nur hinter wenigen Fensterscheiben hingen noch Gardinen und zeugten von vereinzelten Bewohnern. Doch entlang der Windmühlenstraße hat sich das Bild in den vergangenen zwölf Monaten bereits komplett verändert: Balkone, helle Fassaden, frisch gepflanzte Bäume vor der Tür.

Alle Eingänge dort sind mittlerweile fertig saniert und so gut wie voll vermietet, freut sich Jan Litwinschuh, Geschäftsführer des Berliner Immobilienunternehmens Immoma. Nur vier von mehr als 90 Wohnungen seien noch frei. Das zeuge davon, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, dort zu investieren, meint er.

Nächste Vermietung ab Oktober

Und es geht weiter: Die Bautrupps sind längst in die Havelstraße weitergezogen. Mehrere Eingänge sind bereits eingerüstet, die Dachböden werden dort zu einem vierten Geschoss ausgebaut. „In der Hausnummer 15 kann voraussichtlich im Oktober die Vermietung beginnen“, sagt Jan Litwinschuh.

Insgesamt werden am Ende zwischen 250 und 300 Wohnungen in der vom Unternehmen so getauften Windmühlensiedlung im Süden Rothensees saniert sein. Die endgültige Zahl hängt davon ab, wie die neun Wohnblöcke, die im Inneren des großen Karrés stehen, umgebaut werden. „Wir überlegen derzeit noch, ob wir daraus Reihenhäuser machen oder die zwei Wohnungen pro Etage zu einer zusammenlegen“, erklärt Litwinschuh. Dass große Wohnungen gefragt sind, habe man schon an den Einheiten in der Windmühlenstraße gesehen, von denen viele vier oder fünf Räume haben.

Stadt Magdeburg lehnt Abriss ab

Ursprünglich war ein Abriss und Neubau geplant gewesen, das war aber schon im Vorjahr seitens der Stadt Magdeburg abgelehnt worden. Auch der Vorschlag, in den Seitenstraßen Stellplätze für die Wohnungen anzulegen, stieß nicht auf Gegenliebe. Dort wird noch nach einer Lösung gesucht.

Baustart im Innenbereich soll aber auf jeden Fall 2019 noch vor dem Winter sein. „Wir werden tendenziell Fahrt aufnehmen bei der Sanierung in Rothensee“, sagt der Immoma-Chef. Bis spätestens 2023 sollen alle Wohnblöcke in diesem Bereich fertig saniert sein. Mindestens 20 Millionen Euro werden investiert.

Altengerechtes Wohnen mit Fahrstuhl

Doch damit sind die Pläne des Unternehmens noch nicht zu Ende. Denn auch die unsanierten Plattenbauten im Rothenseer Ortskern in der Badeteichstraße und in der Forsthausstraße sowie die maroden Wohnhäuser in der Ackendorfer Straße hatte das Unternehmen Anfang 2017 in einem Gesamtpaket erworben. „In der Badeteichstraße wollen wir altengerechte Wohnungen einrichten. Es werden die einzigen Gebäude in der Umgebung mit einem Fahrstuhl sein“, sagt Jan Litwinschuh. Der Bauantrag sei eingereicht, einen Starttermin kann er aber noch nicht nennen.

Noch völlig unklar sei allerdings, was mit dem einen unsanierten Block in der Forsthausstraße sowie den Gebäuden in der Ackendorfer Straße passieren wird, wie er einräumt.