Magdeburg l Über sechs Jahre ist es mittlerweile her, dass Max Uhlig erstmals im Schiff der Johanniskirche stand und von der Verwirklichung seines Lebenstraums erzählte. Der Dresdner Künstler zählt zu den wichtigsten Vertretern seiner Generation. Die Gestaltung eines Kirchenfensters „war ein früher Wunsch, dessen Erfüllung sich aber nie ergeben hat“, erzählte er damals. Während sein Kollege Gerhard Richter nur ein Fenster im Kölner Dom vorzuweisen hat, kann der heute 82-jährige Uhlig mittlerweile sogar 13 von ihm gestaltete Fenster zu seinem Werk zählen. Und ein weiteres soll nun folgen.

Die Installation der sechs farbigen Bleiglasfenster im Schiff der Johanniskirche sowie der sieben schwarz-weiß gehaltenen Fenster im Chor wurde bereits Ende 2017 beendet. Weil die gut 1,3 Millionen Euro Kosten für das Kunstwerk bislang aber noch nicht gänzlich ausfinanziert waren, hatte sich das Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche mit einem offiziellen Abschluss zurückgehalten.

Alle Schulden getilgt

Doch mittlerweile konnte die Finanzierung geklärt werden, wie Magdeburgs Kulturbeigeordneter Matthias Puhle jetzt informiert. So konnte das Kuratorium ein Darlehen über 300 000 Euro, das es von der Stadt erhalten hatte, vollständig zurückzahlen. „Aufgrund von verzögerten Fördermittelauszahlungen und ausstehender Verwendungsnachweisprüfungen“ hatte sich die Rückzahlung mehrfach verzögert. Doch jetzt konnte die Schuld getilgt werden. „Damit ist das Kunstprojekt auch finanziell abgeschlossen“, stellt Puhle fest.

Doch nicht nur das: Dem Kuratorium ist es außerdem gelungen, weiteres Eigenkapital aus Spenden und Restfördermitteln zu sammeln, so dass der Einbau eines zusätzlichen Uhlig-Fensters möglich ist. Das einzige Fenster auf der Nordseite der Johanniskirche kann somit als sogenannte Grisaille mit stilisierten Weinstöcken analog den Chorfenstern gestaltet werden, kündigt Puhle an. Denn der ursprüngliche Entwurf von Max Uhlig sah die Gestaltung eines vollständigen Kirchenraumes vor, also auch des Fensters auf der Nordseite. Die Kosten belaufen sich auf ca. 90 000 Euro und sollen vollständig durch das Kuratorium erbracht werden.

Katalog und Film geplant

„Um das Projekt entsprechend seiner überregionalen Bedeutung weiterhin in die Öffentlichkeit zu tragen, sind die Herausgabe eines Kataloges sowie eine Filmdokumentation geplant“, erklärt Matthias Puhle. Beides soll bis zur Fertigstellung des verbliebenen Fensters Mitte 2020 vorliegen.

Für seine Fenster hat Max Uhlig eine eigene Technik entwickelt. Jede Farbschicht wird dabei einzeln aufgetragen und dann gebrannt. Das auf Glaskunst spezialisierte Derix-Studio übernimmt die Umsetzung seiner Entwürfe.