Magdeburg l Es ist ein warmer Frühlingstag, während die Sonne scheint und die ersten Möwen an der idyllischen Seehütte des Kanu-Clubs Falke vorbeischauen. Es ist ein großartiger Tag, um das Kanu auszupacken und durch die Gewässer zu fahren. Eigentlich. Denn durch die Corona-Krise lassen sich keine einzigen Kanufahrer am Cracauer Wasserfall in Magdeburg blicken.

Der Kanu-Club Falke ist seit jeher an einer der Seehütten dort beheimatet. Auch hier macht sich die Pandemie bemerkbar. Immer mehr Trainingseinheiten müssen ausfallen und immer weniger Nachwuchs meldet sich zum Kanufahren an. Auch große Meisterschaften mussten daher bereits jetzt verschoben werden.

Große Erfolge im Leistungssport

Doch die große Leidenschaft zum Sport bleibt bestehen. Die Besonderheit des Vereins lässt sich schon aus dem Vereinsname ableiten. Denn der Begriff Falke, der zuerst so gar nicht maritim klingt, hat seinen Ursprung bei selbst gebauten Booten aus Holz. Mit diesen fuhren die Mitglieder damals umher, bevor es das Kanufahren als anerkannte Sportart gab.

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Genauso besonders wie ihr Name, sind auch die Mitglieder dieses Vereins. Denn die Vielzahl der Leistungssportler in diesem Verein haben im Kanurennsport bereits mehrfach Weltmeistertitel nach Magdeburg geholt, an Olympia teilgenommen und sind demnach auch auf internationaler Bühne vertreten. So auch das momentan vielversprechendste Talent des Vereins, die junge Sportlerin Freya Mädel. Henrik Bettge, Vorsitzender des Vereins Falke erzählt: „Sie ist deutsche Meisterin, mit gerade einmal zwölf Jahren hat sie bereits viele weitere Titel gewonnen und ist erfolgsversprechendste C1-Kanufahrerin des Vereins.“ Dieser Einer-Kanadier ist ein Kanadier, der nur für einen Fahrer allein ausgelegt ist.

Olympiasieger aus Magdeburg

Auch in den vergangenen Jahren konnten bereits einige Sportler ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen, so beispielsweise Rolf-Dieter Amend, der im Jahr 1972 bei den Olympischen Spielen in München eine Goldmedaille gewann und 2008 schließlich zum Trainer des Jahres gekürt wurde. Doch nicht ausschließlich Leistungssportler kommen in dieser Talentschmiede vollständig auf ihre Kosten. Auch viele Freizeitfahrten werden bereits seit Gründung des Vereins unternommen. In den 1980er Jahren wurden beispielsweise immer wieder Touristikfahrten über die polnische Grenze hinaus unternommen, währenddessen wurden auch Freundschaften mit anderen Vereinen geschlossen.

Auch heute können sich Personen, gerade junge Menschen, die mit Freizeitsport neu beginnen wollen, jederzeit dort willkommen fühlen. Der Club Falke bietet in dem Bereich des Freizeitsports Kurse in Stand-up-Paddling, stehend auf dem Brett, Wildwasserpaddeln und das Erlernen der Eskimorolle an. Da das erfolgreiche Ausüben des Kanusports die ganzheitliche Fitness des Sportlers erfordert, werden auch Kurse in Kraftsportarten sowie Joggen abgehalten.

Kurse für Kinder

Weiterhin werden während der Ferien Kurse für Kinder angeboten, mit passendem Ferienprogramm und Übernachtungsmöglichkeiten. Über all dies und noch viel mehr möchte der Verein an seinem Jubiläumstag im September 2020 sprechen.

Denn obwohl auch dieser Verein hart von der Corona-Krise getroffen wurde und das Training und einige Meisterschaften in der Warteschleife bleiben müssen, mangelt es ihnen nicht an Witz und spannenden Anekdoten aus früheren Zeiten, an die an diesem Tag erinnert werden soll. Zusätzlich zu der Veranstaltung werden die Sportler des Vereins Fragen zu ihrem Training beantworten und für Kanu-Vorführungen sorgen. Außerdem gibt es dort Livemusik und zahlreiche Essensangebote. Es soll als Treffpunkt für all jene dienen, die Lust auf einen abwechslungsreichen Abend haben. „Auch frühere Mitglieder, die sich aus den Augen verloren haben, sollen die Chance haben, sich neu kennenzulernen“, erzählt Trainer und Vorstandsvorsitzender des Vereins Henrik Bettge.

Wer sich also für den Kanusport interessiert oder Kontakt zu Kameraden aufnehmen möchte, kann sich gerne jetzt schon anmelden.