Verkehrsplanung

Kein grünes Licht für Rechtsabbieger in Magdeburg

Eine flächendeckende Prüfung aller Kreuzungen in Magdeburg mit Ampelanlagen ist zu Jahresbeginn durch den Stadtrat beschlossen worden. Magdeburgs Verkehrsbeigeordneter informiert nun über das Ergebnis: Dort, wo eine Grünpfeil-Regelung dienlich ist, sei sie auch vorhanden.

Von Karolin Aertel
Der ?Grüne Pfeil? zum Rechtsabbiegen bei roter Ampel kann den Verkehrsfluss verbessern. An einigen Kreuzungen wurde er jedoch wieder abmontiert, da sich dort Unfälle häuften.
Der ?Grüne Pfeil? zum Rechtsabbiegen bei roter Ampel kann den Verkehrsfluss verbessern. An einigen Kreuzungen wurde er jedoch wieder abmontiert, da sich dort Unfälle häuften. Foto: Malte Christians/dpa

Magdeburg - Wo in Magdeburg die Voraussetzungen für die Schaltung eines Grün/Gelb-Rechtsabbiegesignals oder die Anordnung eines „Grünen Pfeils“ gegeben sind, seien die Ampeln damit auch ausgestattet. Darauf wies der frühere Verkehrsbeigeordnete Dieter Scheidemann bereits vor nunmehr sieben Monaten hin. Die Fraktionsmitglieder der Gartenpartei/Tierschutzallianz forderten zu dieser Zeit die stadtweite Überprüfung aller Kreuzungen mit Ampelanlagen auf eine mögliche Installation eines „Grünen Pfeils“ für rechtsabbiegende Autofahrer. Ihr Ziel: den Verkehrsfluss in der Stadt verbessern.

Dass eine, wie von der Fraktion geforderte flächendeckende Überprüfung aller Lichtsignalanlagen aus personellen Gründen nicht leistbar und aufgrund der hohen Abdeckung mit diesen Signalen - soweit die Voraussetzungen gegeben sind - auch nicht sinnvoll und erforderlich ist, wie Scheidemann damals erklärte, hielt den Stadtrat nicht davon ab, die Prüfung dennoch zu veranlassen.

Diese liegt nun vor und offenbart kein anderes Ergebnis, als seinerzeit von Scheidemann bereits in der Stellungnahme erläutert. „An den Stellen, wo die verkehrstechnischen Voraussetzungen für die Schaltung eines Grün/Gelb-Signales oder eines grünen Pfeils (Zeichen 720) gegeben sind, sind in der Landeshauptstadt Magdeburg die Lichtsignalanlagen bereits mit entsprechenden Signalen oder den Schildern ausgestattet“, erklärt die Stadtverwaltung erneut. Die Installation eines Rechtsabbieger-Signalgebers oder eines grünen Pfeils werde jährlich im Rahmen der Unfallkommission zusammen mit der Polizei überprüft. Dabei sei festzustellen, dass es in den letzten Jahren vermehrt zu Unfällen mit Personenschäden an Lichtsignalanlagen mit einem Zeichen 720 gekommen ist.

Bisher keine Hinweise zu notwendiger Prüfung an Ampeln

Aufgrund dessen wurden diese Verkehrszeichen wieder abgeordnet und können dann auch nicht wieder installiert werden, erläutert Magdeburgs neuer Verkehrsbeigeordneter Jörg Rehbaum beinah wortgleich wie Scheidemann. An einigen Ampeln seien daher keine grüne Pfeile vorhanden, obwohl die ursprünglichen Voraussetzungen durchaus gegeben wären. Zudem weist er darauf hin, dass bei der Neuanlage von Ampeln die Voraussetzungen für die Anbringung des nZeichens 720 oder von Grün/Gelb-Rechtsabbiegerpfeilen geprüft und wenn möglich auch diese installiert werden. Es ist auch möglich, auf konkrete Veranlassung, also Nennung der entsprechenden Örtlichkeit, eine erneute Prüfung einzelner Knotenpunkte vorzunehmen.

An die Verwaltung seien allerdings bisher keine weiteren Örtlichkeiten mit der Bitte um eine neue Überprüfung der Grünpfeilregelung herangetragen worden. Auch eine Befragung aller beteiligten Ämter und der Polizei ergab keine Hinweise auf Lichtsignalanlagen, an denen eine Grünpfeilregelung möglich wäre und erneut geprüft werden sollte.

Für den Knotenpunkt Dodendorfer Straße/Salbker Straße, für den die Fraktionsmitglieder der Gartenpartei/Tierschutzallianz gern einen Rechtsabbiegerpfeil gesehen hätten, äußert sich Rehbaum ebenso wie damals Scheidemann. Das Abbiegen stehe im Konflikt mit einer separaten links abbiegenden Signalisierung des entgegenkommenden Verkehrs und der vorhandenen Blindensignalisierung.